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Impfen: Allgemeine Fragen

Impfkontraindikationen

Gibt es eine Alternative zur Impfung?

Nein! Aus Angst vor Impfkomplikationen lehnen es manche Eltern zwar ab, ihr Kind gegen bestimmte Infektionserkrankungen impfen zu lassen. Sie suchen deshalb nach Alternativen, um ihr Kind vor gefährlichen Erregern zu schützen. In vielen Naturheilkundepraxen und bei Heilpraktikern werden homöopathische bzw. natürliche Heilmittel als alternative Schutzmaßnahme angeboten. Zwar können diese Maßnahmen das Immunsystem teilweise stärken, doch sie bieten keinerlei Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten und stellen somit keine Alternative zur Impfung dar.

Schutzimpfungen haben dazu beigetragen, dass gefährliche Infektionskrankheiten nahezu ausgerottet sind. Während z.B. in den 60er Jahren noch Tausende von Kindern an Polio (Kinderlähmung) erkrankt sind, wurden in Deutschland seit den 90er Jahren nur noch einzelne Erkrankungsfälle gemeldet. Diese positive Entwicklung ist ausschließlich auf eine gute Durchimpfung zurückzuführen.

Sind Impfungen für die Zunahme von Allergien verantwortlich?

Impfexperte Dr. Martin Terhardt, Kinder- und Jugendärzt sowie Mitlglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin, sieht die häufig geäußerte Befürchtung, vorbeugendes, flächendeckendes Impfen könne mitverantwortlich für die Zunahme von Allergien sein, als widerlegt an. Im Osten Deutschlands waren bei wesentlich höheren Durchimpfungsraten Allergien deutlich seltener als im Westen. Dafür spricht auch, dass seit der Wiedervereinigung die Impfrate in den neuen Bundesländern rückläufig ist, und seitdem auch dort die Allergien zunehmen.

Dürfen Kinder mit Allergien geimpft werden?

Jedes Kind braucht idealer Weise einen Impfschutz gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hib, Hepatitis B, Masern, Mumps und Röteln. Das allergiekranke Kind ist auf diesen Impfschutz besonders angewiesen, weil die Infektionskrankheit bei ihm schwerer verlaufen kann als bei einem nichtallergischen Kind.

Beispielsweise bedeutet ein Keuchhusten für ein Kind, das an Asthma leidet, eine komplikationsreiche bis lebensbedrohliche Erkrankung. Andererseits weiß man, dass Keuchhusten eine Entstehung von Asthma begünstigen kann. Daher ist hier ein Impfschutz in jedem Fall ratsam. Auch ein Kind mit einer schweren, stationär behandlungspflichtigen Neurodermitis sollte z. B. gegen Windpocken geimpft werden, weil die Impfung im Vergleich zu einer Erkrankung wesentlich harmloser ist.

Deshalb gilt ganz allgemein: Ein Kind mit Allergien sollte gemäß Impfkalender großzügig geimpft werden, solange es sich nicht um Allergien gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes handelt.

Die im Impfkalender 2017 [PDF, 3,05 MB, erfordert Acrobat Reader] empfohlenen Impfungen sollten laut der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) auch alle Kinder mit chronischen Krankheiten erhalten, sofern keine spezifischen Kontraindikationen vorliegen.

(Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission [STIKO] des Robert Koch-Instituts in Berlin,  Epid. Bulletin 24.08.2017/Nr. 34).

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3. November 2017

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung. Dr. Martin Terhardt