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Masern

Was sind Masern?

Als Masern bezeichnet man eine hochansteckende akute Erkrankung mit dem Masernvirus. Masern gehörten zu den typischen Kinderkrankheiten, befallen jedoch zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Bei beiden Personengruppen ist der Verlauf in der Regel schwerer als bei kleinen Kindern.

Junge mit Masernausschlag

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, d.h. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Die Erkrankung beeinträchtigt den Allgemeinzustand des Patienten erheblich und verläuft gewöhnlich in zwei Phasen, dem grippeähnlichen Vorstadium sowie dem Hauptstadium mit dem typischen Hautausschlag. Nur die Symptome können behandelt werden, nicht aber die Krankheit.

In den westlichen Industrieländern führen Masern bei 10-20% der Betroffenen zu Komplikationen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt, 0,1% erkranken in der Folge lebensgefährlich.

Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Jahre nach einer durchgemachten Masernerkrankung kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen (sklerosierende Panenzephalitis-SSPE), die immer tödlich verläuft.

Während die Zahl der Erkrankungen in Deutschland zu Beginn der 1990-er Jahre bei etwa 50.000 lag, blieb sie seit 2003 bei unter 2.000 Fällen mit Ausnahme des im Jahres 2006 mit 2.308 Fällen und 2015 mit 2.465 gemeldeten Fällen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden 545 und 515 Masernfälle gemeldet, 2020 wurden nur noch 76 Fälle erfasst.

2017 konnten bei der Schuleingangsuntersuchung 92,8% der Kinder die zweite Masernimpfung nachweisen und 2018 waren es 93,1%. Zudem haben 69,9% der Kinder des Geburtsjahrgangs 2016 die 2. Impfung nicht im Alter von 24 Monaten erhalten (ohne Sachsen, da hier für die 2. Impfung ein höheres Impfalter empfohlen wird), d.h. viele Kinder wurden nicht zeitgerecht geimpft und waren einem längeren Ansteckungsrisik ausgesetzt. Für eine vollständige Ausrottung der Masern in Deutschland ist eine Durchimpfungsrate von wenigstens 95% zu erzielen. Um Masern zu  eliminieren, dürfen jährlich nicht mehr als 82 Erkrankungen auftreten.

Seit Januar 2001 sind Masern eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung, d.h., der behandelnde Arzt muss jeden Verdacht, diagnostizierten Fall, den Tod sowie den direkten und indirekten Virusnachweis dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich melden.

In der europäischen WHO-Region und global war die letzen Jahre ein starker Anstieg der Masernfälle zu beobachten. So erkrankten 2018 in der europäischen WHO-Region rund 89.000 Menschen an den Masern, über die Hälfte davon (rund 60%) wmusste im Krankenhaus behandelt werden und 74 Menschen verstarben. Es gab 2g dreimal so viele Masernfälle wie im Jahr 2017 und 15-mal mehrr als im Jahr 2016 und 2019 wurden sogar 103.000 Masernfälle aus er europäischen WHO-Region gemeldet.

Die Masernimpfung führte zwischen 2000 und 2018 weltweit zu einem Rückgang der Masernsterblichkeit um 73% und verhinderte geschätzte 23,2 Millionen Todesfälle. Dennoch starben 2018 weltweit mehr als 140.000 Menschen an Masern, hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren - obwohl ein sicherer Impfstoff zur Vergügung steht.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 26.08.2021