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Mumps (Parotitis epidemica)

Was ist Mumps (Parotitis epidemica)?

Mumps, auch Parotitis epidemica (von Glandula parotis = Ohrspeicheldrüse) oder umgangssprachlich „Ziegenpeter“ genannt, ist eine akute ansteckende Infektionskrankheit mit dem Mumpsvirus. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion, d.h. über Sekret, das beispielsweise beim Husten oder Niesen in die Atemluft ausgestoßen wird, übertragen.

Parotis epidemica

Neben allgemeinen Beschwerden ist die schmerzhafte Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, die zu den typischen „Hamsterbacken“ führt, das charakteristische Symptom.

In der Regel verlaufen Mumpserkrankungen im Kindesalter harmlos, allerdings wird Mumps beispielsweise als eine Ursache von erworbenen Hörschäden bei Kindern verantwortlich gemacht. Außerdem kann die Infektion nach der Pubertät bei männlichen Jugendlichen zu einer Einschränkung der Zeugungsfähigkeit führen. Auch bei Mädchen kann es zu einer Entzündung der Eierstöcke oder einer Mastitis kommen. Relativ häufig ist eine Begleitmeningitis, die jedoch nur in 5% symptomatisch wird, 70% verlaufen blande, d.h. kaum oder gar nicht bemerkbar. Vereinzelt kann es zu einer Schädigung des Zentralen Nervensystems kommen.

Mumps ist weltweit während des ganzen Jahres verbreitet, tritt jedoch im Frühjahr und im Winter gehäuft auf. Der Erkrankungsgipfel lag früher zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr - Jungen erkranken häufiger als Mädchen.

Bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 konnten laut dem Robert Koch-Institut in Berlin 92,7% der Kinder eine zweite Impfung gegen Mumps vorweisen.

Da es in Deutschland erst seit dem 29.03.2013 eine Meldepflicht für Mumps (neben Röteln, Keuchhusten und Windpocken) gibt, liegen noch keine umfassenden Zahlen zu Mumpsinfektionen vor (Meldezahlen für 2015: 703, 2016: 741, 2017: 653, 2018: 534).

Für Europa registrierte das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) im Jahr 2016 14.795 Mumps-Fälle (aus 28 EU-/EWR-Mitgliedstaaten gemeldet). Auf die Tschechische Republik, Polen, Spanien und Großbritannien entfielen 77% aller gemeldeten Fälle. Kleine Kinder und Jugendliche waren am meisten betroffenen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 08.02.2019