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Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Was ist eine Neurodermitis?

Als Neurodermitis bezeichnet man eine chronische Entzündung der Haut, die in wiederkehrenden Schüben auftritt. Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man noch davon ausging, dass eine Entzündung der Nerven Ursache der Erkrankung sei. Er setzt sich aus den griechischen Worten für neuron = Nerv, derma = Haut und der allgemeinen Wortendung „itis“ für Entzündungen zusammen. Synonyme sind: atopisches Ekzem, endogenes Ekzem, Neurodermitis atopica oder atopische Dermatitis.

Neurodermitis
Neurodermitis-Patienten leiden unter starkem Juckreiz. (© dalaprod - Fotolia.com)

Die Erkrankung tritt je nach Alter und Region bei 10 bis 15% aller Personen in Deutschland auf. Betroffen sind ca. 23% der Säuglinge und Kleinkinder, 8% der Schulkinder und 2 bis 4% der Erwachsenen. Am häufigsten erkranken 3- bis 6-Jährige. Im Kleinkindalter sind Jungen häufiger betroffen, unter den 14- bis 17-Jährigen dagegen Mädchen. In Europa sind etwa ein Zehntel aller Kleinkinder von der Neurodermitis betroffen. Damit gehört die Neurodermitis zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter.

Mehr als 80% der Betroffenen benötigen Salben oder eine andere Form der medikamentösen Behandlung. Fast jedes 3. betroffene Kind leidet auch im Erwachsenenalter zeitweise unter einem Ekzem.

Die Neurodermitis ist eine der Hautkrankheiten, die ähnlich wie bei der Nesselsucht (Urtikara) oder wie bei Hautausschlägen bei Nahrungs- und Arzneimittelunverträglichkeiten einen starken Juckreiz auslösen. Sie ist die häufigste chronische Hauterkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern. Experten gehen heute davon aus, dass eine Störung der Hautbarriere die Krankheitsursache ist.

Die Erkrankung tritt schubweise in unterschiedlichen Schweregraden auf. Die meisten Patienten leiden unter einer leichten Form, die dennoch die Lebensqualität nachhaltig einschränken kann, sodass Schul- und Arbeitsleistungen leiden.

In der Regel zeigen sich erste Anzeichen schon im Säuglingsalter als Milchschorf (Scheitel- und Wangenekzem). Juckreiz in Verbindung mit einer geröteten, trockenen, schuppigen Haut ist ein typischer Hinweis auf die Erkrankung. Mehr als 1/3 der Neurodermitiker leiden  gleichzeitig unter Nahrungsmittelallergien. Später entwickelt sich oftmals eine allergische Erkrankung der oberen (Rhinokonjunktivitis) oder unteren (Asthma bronchiale) Atemwege. Alle diese Erkrankungen gehören gemeinsam zum sogenannten atopischen Formenkreis, auch Atopien genannt. Atopie nennen Experten die erbliche Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien.

Neurodermitis ist bislang nicht heilbar. Glücklicherweise verschwinden die Beschwerden von vielen Betroffenen nach dem Säuglings- und Kleinkindalter. Mit verschiedenen Medikamenten sowie begleitenden Maßnahmen können die Symptome recht gut gelindert und der Verlauf günstig beeinflusst werden.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Ulrich Wahn

letzte Änderung: 20.03.2017