Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Keuchhusten (Pertussis)

Was ist Keuchhusten (Pertussis)?

Als Keuchhusten oder Pertussis wird eine akute Infektion der Atemwege durch das Bakterium Bordetella pertussis bezeichnet. Der Erreger wurde nach seinem Entdecker Jules Bordet (1870 – 1961), einem belgischen Bakteriologen, benannt.

Pertussis © absolutimages - Fotolia.com
© absolutimages - Fotolia.com

Keuchhusten ist sehr ansteckend und wird über die Luft übertragen, beispielsweise beim Sprechen, Niesen oder Husten (Tröpfcheninfektion - in einem Abstand von bis zu einem Meter). Charakteristisches Symptom sind heftige Hustenanfälle, die mehrere Wochen andauern. Weder mit einer durchgemachten Erkrankung noch einer Impfung erlangt man lebenslange Immunität.

Keuchhusten ist nach wie vor weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, gilt aber nicht mehr als klassische Kinderkrankheit. In Deutschland wurden 2019 10.315 und 2020 3.462 Keuchhustenfälle gemeldet. Am meisten betroffen waren Kinder und Jugendliche, insbesondere Säuglinge. Zuletzt wurden 2017 Todesfälle aufgrund Keuchhusten gemeldet.

Pertussis tritt das ganze Jahr über auf, in Mitteleuropa jedoch vorwiegend im Herbst und Winter. Neugeborene und Säuglinge gelten im Falle einer Ansteckung als besonders gefährdet.

Im Jahr 2018 wurden 35.627 Keuchhustenfälle von 30 Ländern der Europäischen Union/des Europäischen Wirtschaftsraums (EU/EWR) gemeldet. Fünf Länder - Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Spanien und Großbritannien (UK) - machten 72% aller gemeldeten Fälle aus. Personen ab dem Alter von 15 Jahren machten 62% aller gemeldeten Fälle aus. Säuglinge unter einem Jahr waren die am stärksten betroffene Altersgruppe.
Da Keuchhusten bei Jugendlichen und Erwachsenen mild verlaufen kann, wird er häufig nicht erkannt. Dies trägt dazu bei, dass sich die Krankheit unbemerkt weiterverbreiten kann, was insbesondere für Säuglinge, die noch zu jung für eine Impfung bzw. nicht ausreichend geimpft sind, ein Ansteckungsrisiko birgt.

Weltweit wurden 2019 laut WHO 132.754 Keuchhustenfälle gemeldet.

Seit dem 29.03.2013 besteht gemäß §§ 6, 7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für Ärzte und Labore eine Meldepflicht für Keuchhusten oder deren Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter (wie auch Mumps, Röteln, und Windpocken).

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 26.02.2021