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Keuchhusten (Pertussis)

Was ist Keuchhusten (Pertussis)?

Als Keuchhusten oder Pertussis wird eine akute Infektion der Atemwege durch das Bakterium Bordetella pertussis bezeichnet. Der Erreger wurde nach seinem Entdecker Jules Bordet (1870 – 1961), einem belgischen Bakteriologen, benannt.

Pertussis © absolutimages - Fotolia.com
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Keuchhusten ist sehr ansteckend und wird über die Luft übertragen, beispielsweise beim Sprechen, Niesen oder Husten (Tröpfcheninfektion - in einem Abstand von bis zu einem Meter). Charakteristisches Symptom sind heftige Hustenanfälle, die mehrere Wochen andauern. Weder mit einer durchgemachten Erkrankung noch einer Impfung erlangt man lebenslange Immunität.

Keuchhusten ist nach wie vor weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, gilt aber nicht mehr als klassische Kinderkrankheit. In Deutschland wurden 2017 16.834 und 2018 1.2827 Keuchhustenfälle gemeldet. Am meisten betroffen waren Kinder und Jugendliche, insbesondere Säuglinge. 2016 starben 4 Menschen an Keuchhusten, darunter 3 Säuglinge.

Pertussis tritt das ganze Jahr über auf, in Mitteleuropa jedoch vorwiegend im Herbst und Winter. Neugeborene und Säuglinge gelten im Falle einer Ansteckung als besonders gefährdet.

2016 traten der ECDC zufolge in 30 EU/EWR-Ländern 48.446 Fälle von Pertussis auf. Auf Deutschland, die Niederlande, Polen und Großbritannien entfielen 68% aller gemeldeten Fälle. Auch in Europa waren insbesondere Säuglinge unter einem Jahr betroffen, gefolgt von der Altersgruppe der 10- bis 14-Järhigen und der 1– bis 4-Jährigen. Insgesamt gab es 26 Todesfälle durch Keuchhusten, von denen 16 Kinder bei unter drei Monaten auftraten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen können die Beschwerden von Pertussis wenig ausgeprägt sein und die Krankheit wird bei ihnen deshalb oft nicht erkannt. Dies stellt ein Ansteckungsrisiko für Säuglinge dar, die die Impfserie noch nicht abgeschlossen haben.

Weltweit wurden 2017 laut WHO 143.963 Keuchhustenfälle gemeldet.

Seit dem 29.03.2013 besteht gemäß §§ 6, 7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für Ärzte und Labore eine Meldepflicht für Keuchhusten oder deren Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter (wie auch Mumps, Röteln, und Windpocken).

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 06.02.2019