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Windpocken (Varizellen)

Was sind Windpocken (Varizellen)?

Windpocken sind weltweit verbreitet. Sie gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. Vor Einführung der Impfempfehlung 2004 waren bei über 95% aller Erwachsenen in Deutschland Antikörper gegen das Virus nachweisbar. Nach 2004 ging bereits in den ersten 8 Jahren die Erkrankungshäufigkeit um insgesamt etwa 85% zurück. Am stärksten war dieser Rückgang bei Kindern unter 10 Jahren.

Meist verlaufen Windpocken harmlos, für Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem und Neugeborene in den ersten 5 bis 7 Lebenstagen sind sie jedoch eine ernst zu nehmende Gefahr. 2017 wurden 11 Todesfälle, 2018  15 Todesfälle, 2019 6 Todesfälle und 2020 15 Todesfälle aufgrund von Komplikationen in der Folge von Windpocken gemeldet.

Varizellen

Darüber hinaus riskiert jeder einmal an Windpocken Erkrankte, im späteren Leben eine Gürtelrose zu entwickeln.

Seit dem 29.03.2013 gibt es für Windpocken (neben Mumps, Röteln und Keuchhusten) in Deutschland eine Meldepflicht. Seit 2014 werden jährlich mehr als 20.000 Erkrankungen in Deutschland erfasst - bis auf das Jahr 2020 mit 11.325 gemeldeten Windpockenerkrankungen und das Jahr 2021 mit 5659 gemeldeten Windpockenerkrankungen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt die Varizellenimpfung für alle Kinder im Alter von 11 Monaten eine  erste Impfung und mit 15 Monaten eine zweite Impfung.

Bei den Schuleingangsuntersuchungen 2019 konnten laut dem Robert Koch-Institut in Berlin 88,9% der Kinder die erste sowie 85% zusätzlich die zweite Impfung gegen Windpocken vorweisen.

Woher stammt der Name Windpocken?

Die hohe Ansteckungsgefahr und die schnelle Verbreitung – buchstäblich “mit dem Wind” – gaben den Windpocken ihren Namen. So gilt z.B. ein kurzzeitiger Aufenthalt in einem Zimmer mit einem Infizierten als sicherer Weg, sich anzustecken.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung. Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 14.02.2022