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Röteln (Rubella)

Was sind Röteln (Rubella)?

iden. Das höchste Risiko für eine sogenannte Röteln (Rubella) sind weltweit verbreitet und werden von Viren hervorgerufen. Die Viruskrankheit tritt vor allem im Winter und Frühjahr auf. Ihr einziger Wirt ist der Mensch. Im englischen Sprachgebrauch werden sie auch „German Measles“, „deutsche Masern“ genannt, da deutsche Ärzte das Krankheitsbild zum ersten Mal beschrieben haben. In der Regel verläuft diese Kinderkrankheit komplikationsfrei. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau an Röteln, kann ihr ungeborenes Kind schwere Schäden erleKonnatale Rötelnembryo­fetopathie (congenital rubella syndrome: CRS) besteht in Ländern, in denen Frauen im gebärfähigen Alter keine Immunität gegen Röteln haben (entweder durch Impfung oder indem sie die Krankheit durchgemacht haben). Vor der Einführung des Impfstoffs wurden bis zu 4 Babys pro 1000 Lebendgeburten mit CRS geboren.

Röteln gehören seit März 2014 zu den meldepflichtigen Krankheiten.
Seit dem 29.03.2013 ist in Deutschland eine Meldepflicht für Röteln eingeführt.

Die Zahl der Länder, die in ihrem nationalen Impfprogramm Rötelnimpfstoffe verwenden, nimmt stetig zu. Bis Dezember 2018 hatten 168 von 194 Ländern den Rötelnimpfstoff eingeführt, und die weltweite Abdeckung erreichte ca. 69%. Die gemeldeten Rötelnfälle gingen um 97% zurück, von 670.894 Fällen in 102 Ländern im Jahr 2000 auf 14.621 Fälle in 151 Ländern im Jahr 2018. Die CRS-Raten sind in den afrikanischen und südostasiatischen Regionen der WHO am höchsten, in denen die Impfrate am niedrigsten ist.

Im April 2012 startete die Maserninitiative - jetzt als Masern- und Rötelninitiative bekannt. Sie hatte sich bis Ende 2020 u.a. zum Ziel gemacht, Masern und Röteln in mindestens 5 WHO-Regionen zu eliminieren.

Im Jahr 2015 wurde zuletzt eine konnatale Röteln-Infektion gemeldet. Nur längerfristige Impfraten von über 90% bei Kleinkindern im Laufe des 2. Lebensjahres können in Deutschland die konnatalen Röteln ausgerotten. Bei der Schuleingangsuntersuchung 2018 wurde für die zweite Rötelimpfung eine Rate von 92,9% nachgewiesen.

Laut der Ständigen Impfkommission sollen neben kleinen Kindern insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter, die einen unklaren Impfstatus haben, nur einmal oder gar nicht gegen Röteln geimpft sind, vor einer Rötelnvirus-Infektion mit einer Impfung geschützt werden, um das ungeborene Kind vor Schäden zu bewahren. Hat eine Frau keinen Immunschutz oder ist sich nicht sicher, dass wird eine zweimalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (MMR: Masern - Mumps - Röteln) empfohlen. Bei einer bereits durchgeführten einmaligen Impfung sollte die zweite Impfung nachgeholt werden.

Da es in Deutschland erst seit dem 29.03.2013 eine Meldepflicht für Röteln (neben Mumps, Keuchhusten und Windpocken) eingeführt wurde, liegen noch keine umfassenden Zahlen zu Rötelninfektionen vor.

Auch für Europa liegen nur ungenaue Zahlen vor, da nicht alle Länder eine Meldepflicht für Röteln haben. 2017 meldeten 11 EU-/EWR-Länder 696 Rötelnfälle, was einem deutlichen Rückgang gegenüber 1.264 und 2.161 Fällen im Jahr 2016 und 2015 entspricht. 17 Länder meldeten 2017 gar keine Fälle (Deutschland 2017 jedoch 73 Fälle). Polen verzeichnete in Europa die meisten Fälle: 71% aller gemeldeten Fälle. 47% Rötelnerkrankungen in Polen betrafen Kinder unter 5 Jahren auf.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 30.04.2021