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Röteln (Rubella)

Was sind Röteln (Rubella)?

Röteln (Rubella) sind weltweit verbreitet und werden von Viren hervorgerufen. Die Viruskrankheit tritt vor allem im Winter und Frühjahr auf. Ihr einziger Wirt ist der Mensch. Im englischen Sprachgebrauch werden sie auch „German Measles“, „deutsche Masern“ genannt, da deutsche Ärzte das Krankheitsbild zum ersten Mal beschrieben haben. In der Regel verläuft diese Kinderkrankheit komplikationsfrei. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau an Röteln, kann ihr ungeborenes Kind schwere Schäden erleiden. Weltweit kamen 2010 schätzungsweise 100.000 Kinder mit Schäden durch eine Rötelinfektion der Mutter während der Schwangerschaft auf die Welt (congenital rubella syndrome: CRS).

Röteln gehören seit März 2014 zu den meldepflichtigen Krankheiten.
Seit dem 29.03.2013 ist in Deutschland eine Meldepflicht für Röteln eingeführt.

Vor der Einführung der Röteln-Impfung führten Röteln-Epidemien zu Raten von konnatalen Röteln von 0,8 bis 4,0 pro 1.000 Lebendgeburten.
Der WHO gemeldete Rötelnerkrankungen nahmen von 2000 (102 Länder meldeten in diesem Jahr die Krankheit) bis 2016 (165 Länder meldeten dann die Krankheit) um 97% ab - von 670.894 auf 22.364 Fälle. Amerika erreichte 2015 die Elimination der Röteln und der konnatalen Röteln (congenital rubella syndrome: CRS).

Seit 1991 konnten die Röteln in Westeuropa dezimiert werden. In Europa berichteten 11 EU/EWR-Länder 2017 von insgesamt 696 Röteln-Fällen (die meisten Fälle in Polen), 17 blieben ohne eine Röteln-Erkrankung. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang gegenüber 2015 und 2016 (damals 2.161 und 1.264 Fälle).

Laut dem Robert Koch-Institut wurden im Jahr 2015 21, 2016 30, 2017 19 und 2018 15 Röteln-Infektionen gemeldet. Im Jahr 2013 wurde zuletzt eine konnatale Röteln-Infektion gemeldet. Erst wenn längerfristig Impfraten von über 90% bei Kleinkindern im Laufe des 2. Lebensjahres erreicht werden, können in Deutschland die konnatalen Röteln ausgerottet werden. Bei der Schuleingangsuntersuchung 2016 wurde für die zweite Rötelimpfung eine Rate von 92,7% nachgewiesen.

Laut der Ständigen Impfkommission sollen neben kleinen Kindern insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter, die einen unklaren Impfstatus haben, nur einmal oder gar nicht gegen Röteln geimpft sind, vor einer Rötelnvirus-Infektion mit einer Impfung geschützt werden, um das ungeborene Kind vor Schäden zu bewahren. Hat eine Frau keinen Immunschutz oder ist sich nicht sicher, dass wird eine zweimalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (MMR: Masern - Mumps - Röteln) empfohlen. Bei einer bereits durchgeführten einmaligen Impfung sollte die zweite Impfung nachgeholt werden.

Da es in Deutschland erst seit dem 29.03.2013 eine Meldepflicht für Röteln (neben Mumps, Keuchhusten und Windpocken) eingeführt wurde, liegen noch keine umfassenden Zahlen zu Rötelninfektionen vor. Auch für Europa liegen nur ungenaue Zahlen vor, da nicht alle Länder eine Meldepflicht für Röteln haben.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 22.02.2018