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Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Diagnose

Neurodermitis ist eine komplexe Erkrankung, die fachgerecht behandelt werden muss. Daher sollten Sie unbedingt einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, falls Sie über einen längeren Zeitraum Hautveränderungen bei Ihrem Kind feststellen.

Hilfreich ist es, einige Zeit ein Tagebuch zu führen, in dem Sie den Hautzustand und Juckreiz in Verbindung mit Nahrungsmitteln und Getränken sowie Aufenthaltsort, seelischer Verfassung und besonderen oder schwierigen Situationen für Ihr Kind festhalten.

Die Diagnose beginnt mit einer Befragung nach den Beschwerden sowie Erkrankungen des atopischen Formenkreises wie Pollenallergie oder Asthma in der Familie. Danach folgt eine eingehende körperliche Untersuchung. Die Abgrenzung von anderen Ekzemen (z.B. Skabies, Schuppenflechte oder Kontakt-Ekzem) hat bei der Diagnostik besondere Bedeutung. Meist geben die typischen Körperstellen mit den Hautschädigungen, wie z.B. in den Beugefalten der Gelenke, weiteren Aufschluss.

Im Einzelfall kann es erforderlich sein, eine Hautprobe zu entnehmen, um diese im Labor untersuchen zu lassen.

Um eine Überempfindlichkeit gegenüber typischen Auslösern, wie z. B. Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Pilze oder Nahrungsmittel, zu erfassen, wird im Rahmen einer Blutuntersuchung die Menge an Immunglobulin E (IgE) bestimmt. Außerdem kann das Allergen bestimmt werden, das den Anstieg des Immunglobulins E ausgelöst hat. Derartige Blut-Allergietests sind vom Säuglingsalter an durchführbar. Wenn die Untersuchungsergebnisse den Verdacht auf eine Allergie erhärten, können sogenannte Karenz- und Provokationstest folgen. Beim Karenztest werden die im Test ermittelten Allergene über einen vereinbarten Zeitraum gemieden, um zu sehen, ob sich die Beschwerden derweil bessern. Beim Provokationstest wird der Patient einer bekannten Dosis des Allergens ausgesetzt.

Werden häufige Allergene durch kleine Kratzer in die Haut geritzt, kann festgestellt werden, ob neben einer Erkrankung an Neurodermitis auch eine Kontaktallergie vorliegt.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 20.03.2017