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Masern

Auswirkungen

In den meisten Fällen heilen Masern problemlos aus. Bei 10-20% der Patienten kommt es allerdings zu Komplikationen, vor allem bei Kindern unter 5 und Erwachsenen über 20 Jahren. Eine Infektion mit dem Masernvirus bringt für etwa sechs Wochen ein geschwächtes Immunsystem mit sich, das empfänglich für weitere Infektionen (bakterielle Superinfektion) macht. Am häufigsten treten Mittelohrentzündungen (Otitis media), Bronchitis, Lungenentzündungen (Pneumonie) und Durchfallerkrankungen (Diarrhöe) auf.

Des Weiteren sind Masernkrupp, eine starke Entzündung der Kehlkopfschleimhaut, Pemphigoid, eine Hauterkrankung mit Blasenbildung sowie Entzündungen der Augenhornhaut möglich.

Bei einer von 1.000 Masernerkrankungen kommt es zu der gefürchteten postinfektiösen Enzephalitis, einer akuten Entzündung des Gehirns mit Schädigung von Nervenzellen. Drei bis neun Tage nach dem Ausbruch des Hautausschlags beginnen in diesen Fällen Kopfschmerzen, hohes Fieber, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. 10 bis 20% der Patienten sterben daran, weitere 20 bis 30% leiden unter bleibenden Schäden des Zentralen Nervensystems.

Bei Patienten mit einem Defekt des Immunsystems oder medikamentös unterdrücktem Immunsystem verlaufen Masern atypisch und äußerlich sichtbar eher schwach. Allerdings können hierbei schwere Ausprägungen der Lungenentzündung (Riesenzellpneumonie) oder der Hirnentzündung (Masern-Einschlusskörper-Enzephalitis) folgen, die in 30% der Fälle tödlich enden.

Durchschnittlich sechs bis acht Jahre nach einer Maserninfektion kann es zu der sehr seltenen (sieben Fälle bei 100.000 Erkrankungen) immer tödlich verlaufenden so genannten subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) kommen. Zunächst treten Verhaltensänderungen auf, später entwickeln sich neurologische Störungen – Muskelzuckungen, Krampfanfälle - und Ausfälle. Im Endstadium fallen Hirnfunktionen vollständig aus, das Gehirn wird zerstört. Laut einer britischen Studie ist die Gefahr für Säuglinge besonders groß ist. Demnach erkrankt etwa 1 von 5.000 Kindern, die in den ersten 12 Lebensmonaten die Masern durchmachen, im Laufe seines weiteren Lebens an dieser tödlichen Gehirnentzündung. Eine deutsche Untersuchung (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Katharina Schönberger) ermittelte für Kinder, die in ihren ersten fünf Lebensjahren an Masern erkrankt sind, ein Risiko von 1:1.700 bis 1:3.300, SSPE zu entwickeln.

 


Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 23.03.2016