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Windpocken (Varizellen)

Impfschutz

Den einzig zuverlässigen Schutz vor einer Infektion bietet die Impfung. Mit der Impfung werden dem Körper abgeschwächte, nicht ansteckungsfähige Varicella-Zoster-Viren zugeführt. Der Körper produziert nun gezielt Abwehrstoffe und wird auf diese Weise immun. Die STIKO empfiehlt seit Juli 2004 eine Impfung für alle Kinder im zweiten Lebensjahr, ab 2009 dann zwei Impfungen. Die erste Impfung gegen Windpocken soll in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt werden.

© Dmitry Lobanov - Fotolia.com
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Seit Juli 2012 rät die STIKO dazu, die erste Impfung nicht in Form einer Vierfachimpfung (MMRV) zu verabreichen, sondern den Varizellen-Impfstoff simultan mit dem MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen zu impfen (zur Vermeidung des leicht erhöhten Risikos für Fieberkrämpfe). Die zweite Dosis Varizellen-Impfstoff sollten Kinder dann im Alter von 15 bis 23 Monaten erhalten. Fehlende Impfungen sollten so früh wie möglich nachgeholt werden.

Menschen (einschließlich Praktikum, Ausbildung, Studium, Ehrenamt u.Ä.), die in bestimmten Berufszweigen tätig sind und die keine Immunität gegen Windpocken (seronegativ) besitzen, ist eine zweimalige Imfung indziert. Zu den Berufen gehören u.a. Tätigkeiten in medizinischen Einrichungen, Einrichtungen der Pflege, Gemeinschaftseinrichtungen, in Gemeinschaftsunterkünften wie für Asylbewerber oder Flüchtlinge sowie Berufe mit Kontakt zu potenziell infektiösem Material.

In Deutschland kam es laut Angaben des Robert Koch-Instituts vor Einführung der Varizellenschutzimpfung 2004 jährlich zu etwa 750.000 Windpockenerkrankungen. Im Jahr 2016 erkrankten demgegenüber 25.050 und im Jahr 2017 21.778 Menschen an Windpocken.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung. Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 12.02.2019