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Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Vorsorge

Als vorbeugende Maßnahme gegen Nahrungsmittelallergie im Kindesalter wird eine möglichst lange Stillzeit oder eine Ernährung mit hypoallergener Milch empfohlen. Die Muttermilch kann das Immunsystem des Kindes stärken und es vor Infektionen schützen. Säuglinge, deren Mutter nicht stillen kann, sollten hydrolisierte Nahrung – Babynahrung mit stark aufgespaltenen Eiweißen, die nicht allergen wirkt -  erhalten.

Auf Fremdeiweiß (Kuh- oder Sojamilch) durch Flaschennahrung ist das Immunsystem des Babys in den ersten Lebensmonaten dagegen nicht eingestellt. Sie kann bei allergiegefährdeten Kindern eine Nahrungsmittelallergie auslösen.

Die Allergievorsorge beginnt bereits im Säuglingsalter, teilweise schon vor der Geburt. Rauchende Mütter erhöhen das Risiko für ihr Kind, an einer Allergie zu erkranken schon während der Schwangerschaft. Nach der Geburt kann das Rauchen die Entstehung von asthmatischen Erkrankungen begünstigen.
Bisher ging man davon aus, dass Eltern ihre Kinder in den ersten Jahren vor Nahrungsmitteln, die häufig Allergien auslösen, bewahren und mit der Beikost spät anfangen sollten. Nun gibt es neue Richtlinien der Allergieprävention, die besagen, dass es besser ist, bei Kindern ohne Allergiker in der nahen Verwandtschaft Allergene früh einzuführen, um eine Toleranz zu erreichen. Beikost kann demnach ab Beginn des fünften Lebensmonats eingeführt werden.

Eine besondere Stellung bei den Lebensmitteln, die oft Allergien auslösen, spielt Fisch. Er hat nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sogar die Fähigkeit, die Entstehung von Allergien zu reduzieren. Isst eine werdende Mutter reichlich Fisch oder erhält ein Kind im ersten Lebensjahr davon, senkt dies das Risiko für die Bildung von Allergien. In Deutschland nehmen Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme bei Kindern deutlich zu. Teilweise machen Wissenschaftler dafür auch Luftschadstoffe, die der Verkehr erzeugt, sowie Innenraumschadstoffe (u.a. Schimmel, Tabakrauch, Formaldehyd) verantwortlich.

Antibakterielle Reinigungsmittel können zur Allergieentstehung beitragen, weil das Immunsystem des Kindes durch falsch verstandene Keimfreiheit nicht ausreichend trainiert wird. Sie haben daher in einem normalen Haushalt nichts verloren.

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Kinder, die in einer Umgebung aufwachsen, in der sie schon frühzeitig mit Tieren Kontakt haben und sich auch vor „Dreck“ nicht scheuen, sehr viel seltener Allergien entwickeln als Kinder, die in besonders „sauberer“ Umgebung groß werden. In Haushalten mit Risikokindern sollte lediglich auf die Anschaffung einer Katze verzichtet werden.

Wichtiger Hinweis

Ein allergisches Kind sollte so gut wie möglich von den entsprechenden Allergenen ferngehalten werden.

Erzieher oder Lehrer sollten über die Allergien des Kindes informiert sein. Die Kinder selbst sollten immer ihre Medikamente bei sich haben und wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen.

 

 

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus

letzte Änderung: 10.07.2017