Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Therapie

Hat man den Auslöser gefunden, ist Weglassen natürlich die beste Therapie. Lassen Sie sich von Ihrem Kinder- und Jugendarzt über die beste Vorgehensweise beraten. Betrifft die Allergie nicht nur ein Lebensmittel, sondern eine ganze Reihe, so wird die Essenszubereitung für die Eltern schwierig. Kinder benötigen während des Wachstums viele wichtige Nährstoffe. Eine Diät aufgrund einer Lebensmittelallergie kann schnell zu Mangelerscheinungen führen. Sie sollte deshalb nur mit Absprache des Kinder- und Jugendarztes durchgeführt werden. Eine Ernährungsberatung kann zusätzlich hilfreich sein.

Neu ist die Anwendung der oralen Immuntherapie. Wie bei Pollen- oder Wespengiftallergikern erhalten die Patienten kleine Mengen des Allergens. Dieses wird bei einer Nahrungsmittelallergie jedoch nicht gespritzt. Vielmehr werden täglich kleine Mengen des Nahrungsmittelallergens verzehrt, wobei die Menge langsam gesteigert wird bis eine sogenannte Zieldosis erreicht ist, die über einen festgelegten Zeitraum unverändert gegeben wird. Auf diese Weise soll der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt werden, sodass er es langfristig toleriert. Ziel ist es, dass das Allergen zu Therapieende in unbegrenzter Menge vertragen wird. Noch suchen Forscher nach Möglichkeiten, die Erfolgsrate zu steigern. Aus diesem Grund und wegen der Gefahr von schweren Nebenwirkungen wird diese Behandlung bisher nur im Rahmen medizinischer Studien angeboten.

Bei einer besonders ausgeprägten Nahrungsmittelallergie sollten die Eltern immer ein Notfallset bereithalten. Dies verschreibt der behandelnde Kinder- und Jugendarzt. Neben Cortison- und Antihistaminikatabletten enthält es ein Adrenalinspray oder eine Adrenalinspritze. Bei den ersten allergischen Beschwerden müssen die Medikamente sofort genommen werden. Nur so kann man einem lebensgefährlichen Allergieschock vorbeugen. Das betroffene Kind und seine Eltern bekommen bei Bedarf einen Anaphylaxie-Schulungskurs angeboten. Außerdem wird ein Anaphylaxie-Pass ausgestellt.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus

letzte Änderung: 10.07.2017