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Kopflausebefall (Pedikulose)

Diagnose

Da sich Läuse sehr schnell bewegen, ist ihre Entdeckung nicht einfach. Manchmal können Eltern bei ihren Kindern durch Beobachtung und Untersuchung juckender Hautstellen die nur etwa 2 bis 3 mm großen Läuse als bewegliche dunkle Punkte auf der Kopfhaut erkennen. Unter einer Lupe wirken die Körper durchsichtig bis hellbraun. Wenn sie sich vollgesogen haben, wird der Farbton rötlich. Der Kopf ist dunkelbraun.

Suche nach Nissen mit Läusekamm (© Herby ( Herbert ) Me - Fotolia.com)
Strähnenweises Auskämmen mit dem Läusekamm. (© Herby ( Herbert ) Me - Fotolia.com)

Nissen, weißliche schuppenähnliche Gebilde, die fest an den Haaren heften, sind leichter zu identifizieren als die ausgewachsenen Tiere. Im Gegensatz zu Haarschuppen lassen sie sich nicht von den Haaren abschütteln.

Eine systematische Untersuchung des Kopfes können Eltern auf zwei Wegen vornehmen:

Auskämmen mit Pflegespülung

Nach dem Haarewaschen schäumen Sie die Haare Ihres Kindes mit einer handelsüblichen Pflegespülung ein. Danach kämmen Sie das Haar mit einem speziellen, in Apotheken erhältlichen Läusekamm Strähne für Strähne zu den Haarspitzen hin aus. Den Kamm streifen Sie nach jeder Strähne auf einem hellen Tuch ab, um die Läuse, Larven oder Eier, ggf. mit Lupe, besser erkennen zu können.

Diese Methode ist außerdem Bestandteil der Therapie und dient gleichzeitig der Überprüfung des Behandlungserfolgs.

Sind Sie fündig geworden, empfiehlt es sich, die anderen Familienmitglieder nach derselben Methode zu untersuchen.  

Suche nach Nissen

Diese Methode eignet sich eher für einen geübten Untersucher, der einen raschen Befund braucht. Hierbei wird besonders hinter den Ohren und im Nacken nach den Eiern gesucht, die bei einem akuten Befall etwa 1 cm von der Kopfhaut entfernt seitlich am Haar kleben. Je nach Entwicklungsstadium sind sie weiß (leer oder abgestorben), gelblich oder leicht bräunlich bzw. leicht gräulich (entwicklungsfähig).

Die Suche nach Eiern eignet sich nicht zur Kontrolle eines Behandlungserfolgs, da die Eier eines akuten Befalls auch nach erfolgreicher Therapie in den Haaren verbleiben können und ein Laie kaum leere, tote und entwicklungsfähige Nissen zu unterscheiden vermag. Außerdem sind kurz nach einem Erstbefall in der Regel nur wenige Eier abgelegt worden.

Als grobe Faustregel gilt allerdings, dass Eier, die sich in einem Abstand von 1 cm oder mehr von der Kopfhaut befinden, leer oder abgestorben sind. 

Da nur das Vorhandensein einer lebenden, sich bewegenden Laus ein gesichertes Indiz für eine Pedikulose ist, gilt das Auskämmen mit einer Pflegespülung als Erkennungsstandard für Eltern.

Entdecken Sie Läuse oder verspürt Ihr Kind einen starken Juckreiz auf der Kopfhaut, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, damit Ihre Diagnose gesichert und eine adäquate Behandlung eingeleitet werden kann.

Nur wenn Sie bereits eigene Erfahrungen bei der Erkennung und Behandlung, z.B. durch bereits erfolgte Infektion des Kindes oder der Geschwister in der Vergangenheit, haben und sich sicher sind, sollten sie einen Behandlungsversuch durchführen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018