Kinder- & Jugendärzte im Netz

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Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) / juvenile chronische Arthritis (JCA)

Vorsorge

Impfungen

Vor dem Ausbruch einer Rheumaerkrankung kann sich keiner schützen. Doch für Kinder, die unter Rheuma leiden, ist das Vorbeugen gegen Infektionen besonders wichtig, da diese zu einer Verschlimmerung des Rheumas führen können. Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) haben im Vergleich zu ihren gesunden Altersgenossen ein doppelt so hohes Risiko, aufgrund einer schweren Infektion ins Krankenhaus zu müssen. Deshalb sollten Betroffene bzw. deren Eltern auf einen vollständigen Impfstatus achten. Insbesondere Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. Windpocken und Masern) muss der Kinder- und Jugendarzt gut planen, da evtl. vorübergehend die Medikation geändert bzw. verringert werden muss, um einen guten Impfschutz zu erzielen.
Damit Familienmitglieder oder Bezugspersonen eines rheumakranken Kindes möglichst wenige Erreger an es weitergeben können, ist es notwendig, dass jene ebenso alle empfohlenen Impfungen erhalten (sogenannte Kokonimpfung).

Transition - Übergang von der Jugend- zur Erwachsenenmedizin

Der Übergang von der Jugend- zur Erwachsenenmedizin (Transition) ist eine kritische Phase für rheumakranke Jugendliche. Denn in dieser Zeit des Umbruchs kommt es häufig zu Behandlungsabbrüchen und –unterbrechungen, die u.U. langfristig negative gesundheitliche Auswirkungen zur Folge haben können. Fast vier von zehn Rheuma-Patienten sind dem Forschungsprojekt „Fokus Transition“ zufolge drei Jahre nach dem Wechsel in die Erwachsenenmedizin nicht bei Fachärzten der Rheumatologie bzw. werden nicht spezialisiert versorgt. Sogenannte Übergangssprechstunden, die den Transfer vorbereiten, oder „Case Manager, die Ansprechpartner für den Patienten sowie das Behandlungsteam sind und die Zusammenarbeit koordinieren, sind noch nicht Standard (im internationalen Vergleich von elf Ländern nimmt Deutschland im Bereich „Coordinated Care“ den vorletzten Platz ein). Eine optimale Versorgung hängt deshalb zur Zeit u.a. noch von der Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Fähigkeit junger Erwachsener ab, Arztgespräche ohne die Vermittlung der Eltern zu führen und sich für seine Gesundheit aktiv einzusetzen. Deshalb  rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Teenagern (evtl. mit Hilfe seiner Eltern), rechtzeitig vor der Volljährigkeit mit ihrem Jugendarzt über diesen Wechsel zu sprechen und sich beraten zu lassen.

Autor:

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 25.11.2015