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Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) / juvenile chronische Arthritis (JCA)

Auswirkungen

Kinder mit Arthritis ändern oft ihr Bewegungsmuster, um den Gelenkschmerzen auszuweichen. Daraus entwickelt sich eine Schonhaltung, die das Kind in allen Alltagsbewegungen beibehält. Bleiben diese unbehandelt, so können daraus fixierte Gelenkfehlstellungen entstehen. Je später die Krankheit erkannt wird, desto größer ist das Risiko, dass chronische Gelenkschäden bleiben.
Etwa 13% der Kinder entwickeln eine Uveitis, eine Augenentzündung durch Rheuma. Sie muss behandelt werden, damit die Sehschärfe längerfristig nicht beeinträchtigt wird.

Auch Wachstumsstörungen im Bereich der betroffenen Gelenke sind typisch für eine kindliche Arthritis. Sie sind abhängig vom Gelenkbefall und Alter des Kindes. Unter Umständen kann es zu einem gebremsten Längenwachstum kommen, was einen Kleinwuchs zur Folge hat. Die Entwicklung der Knochendichte beeinflusst die Krankheit negativ: Etwa die Hälfte der Rheuma-Kinder hat als junger Erwachsener eine geringere Knochendichte als Gleichaltrige (Osteopenie: Vorstufe der Osteoporose). Jeder 10. junge Erwachsene, der an einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) in seiner Kindheit erkrankt war, leidet bereits unter Osteoporose (Knochenbrüchigkeit).
Bei jedem zweiten erwachsenen JIA-Patienten ist die Rheumaerkrankung noch aktiv und muss behandelt werden.

Verläuft eine JCA über viele Jahre in einem hochentzündlichen Stadium, drohen gefährliche Folgeschäden an den inneren Organen. Es kann sich eine so genannte Amyloidose entwickeln, bei der der Körper krankhaftes Eiweiß (Amyloid) produziert, das sich dann in den Organen (hauptsächlich Niere, aber auch Leber, Milz, Darm und Herz) ablagert und gesundes Gewebe verdrängt.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 25.11.2015