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Asthma bronchiale

Ursachen

Häufig besteht bei den betroffenen Kindern eine genetische Disposition, d.h., sie haben die Veranlagung, an Asthma zu erkranken, von ihren Eltern geerbt. Leidet die Mutter unter Asthma, erkrankt ihr Nachwuchs häufiger als die Kinder asthmakranker Väter.

Ob ein Kind mit einer solchen genetischen Veranlagung erkrankt, hängt unter anderem von Umweltbedingungen ab. So hat man beispielsweise festgestellt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Asthma erkranken als andere Kinder. Es wird vermutet, dass die Kinder auf dem Bauernhof mit mehr Mikroorganismen in Kontakt kommen. Kinder, die als Kleinkind unter Neurodermitis leiden, haben ein erhöhtes Risiko, später an Asthma zu erkranken. Fachleute sprechen von einem "Etagenwechsel".

Unklar ist, ob bestimmte Infektionen das Risiko, an Asthma zu erkranken, erhöhen. So kann etwa eine spastische Bronchitis oder eine Entzündung der kleinen Bronchialäste (Bronchiolitis) im Kleinkindalter das Risiko, an Asthma zu erkranken, erhöhen. Stillen scheint das Asthmarisiko dagegen zu senken. Rauchen wiederum steigert aktiv wie passiv das Erkrankungsrisiko – bereits in der Schwangerschaft. Das Auftreten von allergischem Asthma ist eng mit der Reaktion des Immunsystems verbunden. Ausführlich ist diese auf der Internetseite des Lungeninformationsdienstes beschrieben: www.lungeninformationsdienst.de

Es gibt zwei verschiedene Formen von Asthma: das allergische und das nichtallergische Asthma bronchiale. Die Einteilung erfolgt aufgrund der zu Grunde liegenden Ursache. Während beim allergischen Asthma (15%) Allergene als Auslöser identifiziert werden können, kann bei der nichtallergischen Form (5%) ein unspezifischer Auslöser einen Asthmaanfall auslösen. 80% der Asthma-Erkrankungen sind Mischformen.

Mögliche Allergene des allergischen Asthmas sind:

  • Kot der Hausstaubmilben
  • Blütenpollen von Pflanzen, Bäumen und Sträuchern
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze
  • bestimmte Stoffe am Arbeitsplatz wie Mehl, Holzstaub etc.

Mögliche unspezifische Auslöser sind:

  • körperliche Belastung (Anstrengungsasthma)
  • psychische und emotionale Ursachen
  • kalte und verschmutzte Luft (z.B. Rauch, Chemikalien)
  • Medikamente, v.a. Beta-Rezeptorenblocker (Medikament gegen Bluthochdruck) und Acetylsalicylsäure (Medikament gegen Schmerzen)

Virale Infekte: Erkältungen werden meist durch Viren verursacht. Sie führen zu einer zusätzlichen vorübergehenden Schädigung der bronchialen Schleimhaut und sind eine häufige Ursache für eine Verschlechterung des Asthmas.
Die Unterscheidung der verschiedenen Asthmaformen ist für die Behandlung von Bedeutung.

Übersicht
Merkmal nicht allergisch allergisch
erstes Auftreten über 30 Jahre, auch Kinder Kindheit, Jugend, auch Erwachsene
Atopie in der Familie selten häufig
Auslöser unspezifisch: Atemwegsinfekte körperliche Belastung, bestimmte Medikamente, psychische und emotionale Belastungen, kalte oder verschmutzte Luft allergenspezifisch: Hausstaubmilben, Pilzsporen, Tierhautzellen, bestimmte Stoffe am Arbeitsplatz
Krankheitszeichen nächtlich-morgendlicher trockener Reizhusten auch ohne Infekt, oft schwerer Verlauf, Verschlechterung bei fieberhaften Infekten trockener Husten ohne Infektzeichen, meist nachts und am Morgen oft im Zusammenhang mit Allergenbelastung, erschwerte Ausatmung bei starker (physischer und /oder psychischer) Belastung
Allergie-Hauttest meist negativ meist positiv


Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus

letzte Änderung: 30.03.2016