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Asthma bronchiale

Therapie

Das Behandlungsziel beim Asthma richtet sich auf die Vermeidung von Anfällen und Spätschäden.

Bei einem ausschließlich allergischen Asthma ist die Vermeidung des Auslösers Hauptanliegen. Da das nicht immer möglich ist, kann sich der Patient zu einer Hyposensibilisierungsbehandlung entschließen. Sie ist bei einer Pollenallergie sehr erfolgsversprechend.

Bei der nichtallergischen Form macht es für jeden Betroffenen Sinn, sich gut vor entzündlichen Erkrankungen der Atemwege wie Infekten durch vorbeugende Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems zu schützen.

Die Therapie muss sich auf drei Dinge konzentrieren: die Entkrampfung der Muskulatur, die Entzündung der Bronchial-Schleimhaut, Verbesserung der Überempfindlichkeit der Bronchien und die vermehrte Bildung des zähen Schleims.

Dabei kommen u.a. folgende Medikamentengruppen zum Einsatz:

  • sogenannte Bronchodilatatoren wie Terbutalin, Salbutamol, Theophyllin und Ipratropiumbromid entkrampfen die Muskulatur
  • Glukokortikoide beeinflussen die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut
  • Schleimlöser sorgen für die Verflüssigung des zähen Schleims und Erleichtern somit das Abhusten wie Bromhexin, Ambroxol oder Acetylcystein

Die Behandlung richtet sich immer nach dem Schweregrad der Erkrankung. Dementsprechend wurde ein Stufenschema entwickelt. In der Regel werden die Medikamente kombiniert.

Leidet das Kind an einem Asthma mit Schweregrad 1 benötigt es nur ein Bedarfsmedikament. Das ist je nach Alter des Kindes ein Medikament, das eingeatmet also inhaliert wird und so direkt auf der Schleimhaut der Atemwege schnell wirkt. Jüngere Kinder benutzen ein elektrisches Inhalationsgerät und ältere bekommen ein Dosieraerosol.

Die oben erwähnten Glukokortikoide zur Verbesserung der chronischen Entzündung der Bronchial-Schleimhaut gibt es ebenfalls als Dosieraerosol. Sie müssen langfristig und regelmäßig inhaliert werden. Manchmal ist es notwendig sie als Tabletten oder Zäpfchen zu verabreichen.

Informationen zur richtigen Anwendung der verschiedenen Inhaliersprays erhalten Sie auf der Internetseite der Atemwegsliga.

Als wichtigstes Instrument zur Selbstkontrolle steht das Peak-Flow-Meter zur Verfügung. Bei der Untersuchung werden während der Atemtätigkeit des Patienten verschiedene Werte gemessen. Anhand des gemessenen Kurvenverlaufs lässt sich die Medikation individuell anpassen und eventuell sogar ein Notfall vermeiden. Allerdings sind die Messwerte in hohem Maße von der Mitarbeit des Patienten abhängig.

In einer Asthmaschulung können alle Fragen rund um das Asthma gestellt werden. Die Kinder lernen zum Manager ihrer Erkrankung zu werden. Sie und ihr Kind bekommen Informationen zum Krankheitsgeschehen. So wird ein tiefes Verständnis für die Erkrankung vermittelt. Das baut Ängste vor dem Notfall ab und zeigt auf, dass ein gut eingestellter Asthmatiker nur wenige Einschränkungen im alltäglichen Leben ertragen muss.

Die richtige und sichere Anwendung der Medikamente insbesondere der Dosieraerosole wird ebenso immer wieder trainiert wie notwendige Maßnahmen bei einem sich anbahnenden Notfall, welche Vorboten gibt es, welche atemerleichternden Körperstellungen kann ich unterstützend nutzen und wann kommt die Lippenbremse zum Einsatz.

Der Kontakt und Austausch mit anderen Betroffenen erleichtert für viele Patienten den Umgang mit der Erkrankung. Speziell ausgebildete Kinder- und Jugendärzte sogenannte Asthmatrainer bieten mit einem Team gemeinsam betroffenen Kindern und ihren Eltern altersentsprechende Schulungen an.

Als ergänzende therapeutische Mittel sind Entspannungsverfahren wie Atemtherapie, autogenes Training und eine unterstützende Psychotherapie zu nennen. Gerade die Kombination von Allgemeinmaßnahmen, medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung wird von den Patienten als sinnvolle Ergänzung zunehmend in Anspruch genommen.

Ausdauersport, besonders Schwimmen, ist für Kinder mit Asthma bronchiale besonders geeignet. Weniger geeignet ist dagegen Skilanglauf, da bei dieser Sportart über einen längeren Zeitraum kalte Luft eingeatmet wird, welche die Bronchialschleimhaut reizt und einen Asthmaanfällen auslösen kann.
Das gemeinsame Behandlungsziel von Ärzten und Therapeuten ist es, Beschwerden im Alltag zu vermeiden und die ungestörte Teilnahme am Schulunterricht, Sport und Spiel zu ermöglichen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus

letzte Änderung: 30.03.2016