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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Therapie

Die Therapie besteht in der Gabe der fehlenden Schilddrüsenhormone. Diese werden in Tablettenform verabreicht. Am weitesten verbreitet ist die Gabe von L-Thyroxin, das dem körpereigenen Hormon Thyroxin entspricht. Aber auch L-Trijodthyronin, das im Organismus aus Thyroxin gebildet wird, kann eingesetzt werden. Vorsicht ist jedoch bei der Dosierung geboten. Je ausgeprägter eine Schilddrüsenunterfunktion ist, um so vorsichtiger muss man mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen beginnen. Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen können sonst die Folge sein.

Bei der Neugeborenen-Hypothyreose entscheidet die frühe Erkennung über die Entwicklung der kleinen Patienten. Setzt die Therapie frühzeitig , d.h. nach nur wenigen Lebenstagen, ein, so ist die Prognose gut und das Neugeborene kann sich bei einer lebenslangen Tabletteneinnahme ganz normal entwickeln. Lebenslange Kontrollen sind notwendig, damit die Hormondosis dem jeweiligen Alter des Kindes angepaßt werden kann. Wird diese Form der Schilddrüsenunterfunktion jedoch erst Wochen bis Monate nach der Geburt erkannt, so dass die Ersatztherapie nicht vorher begonnen wird, wird das Kind schwere geistige Schäden davontragen. Eine normale Entwicklung ist dann kaum mehr möglich.

Bei älteren Kindern hängt die richtige Dosierung vor allem vom Wohlbefinden des Patienten ab. Außerdem werden regelmäßig die Blutwerte kontrolliert. Die Tabletten müssen jedoch lebenslang eingenommen werden. Ohne sie kann es jederzeit wieder zu den oben beschriebenen Krankheitszeichen bis hin zu einem durch die Schilddrüsenunterfunktion verursachten komatösen Zustand (d. h. Zustand der Bewusstlosigkeit) kommen.

Autor: äin-red

letzte Änderung: 12.11.2021