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Epilepsie

Ursachen

Man kennt den genauen Grund einer Epilepsie meist nicht. Ebenso wenig ist bisher bekannt, warum es zum Entladen einzelner Nervenzellen kommt. Reifungsvorgänge des kindlichen Gehirns können bei der Tätigkeit der Nervenzellen eine Rolle spielen. Deshalb treten viele Epilepsien bei Kindern altersgebunden auf. Veränderungen im Bau der Nervenzelle oder Störungen im Stoffwechsel der Zelle können die Anfallsbereitschaft erhöhen. Ebenso erhöhen Schlafentzug oder Infekte – wie sie im Kindesalter oft vorkommen - die Anfallsbereitschaft.

Hirnschäden vor oder während der Geburt oder im frühen Kindesalter können aufgrund von Sauerstoffmangel, Verletzungen, Entzündungen oder Entwicklungsstörungen auftreten. Dabei kommt es zu Defekten oder Narben im Nervengewebe des Gehirns, die benachbarte Nervenzellen in ihrer Tätigkeit stören können und somit auf bestimmte Areale des Gehirns beschränkte (lokale) Anfallsherde ausbilden. Hierbei handelt es sich um die sogenannte fokale Epilepsie.

Synapsenspalt (© Andrea Danti - Fotolia.com)
Störungen im Stoffwechsel der Nervenzellen können die Anfallsbereitschaft erhöhen. (© Andrea Danti - Fotolia.com)

In einigen Fällen sind gutartige, ungewöhnliche Gewebsbildungen, wie Blutschwämmchen oder Zellknötchen im Gehirn oder eine Steigerung des Hirndrucks, Anlass für Anfälle. Bösartige Hirntumore sind bei Kindern seltener der Grund für eine Epilepsie.

Epilepsie ist keine Erbkrankheit. Eine Veranlagung zu einer erhöhten Anfallsbereitschaft kann jedoch genetisch bedingt sein. Einige Formen der Epilepsie treten daher familiär gehäuft auf. Des Weiteren gibt es Erbkrankheiten, die mit epileptischen Anfällen verbunden sind.
In der Regel findet sich allerdings nicht nur eine einzige Ursache: Begünstigende Anlagen, altersgebundene Reifungsvorgänge, hirnorganische Störungen und starke Reizung einzelner Sinne, am häufigsten des Sehsinns, bewirken meistens zusammen einen epileptischen Anfall.

Zusammen mit dem Anfallstyp wird die Ursache herangezogen, um die Epilepsie einzuordnen. Beim idiopathischen Epilepsiesyndrom kann im Unterschied zum symptomatischen Epilepsiesyndrom keine Ursache gefunden werden, während bei der kryptogenen Epilepsie die Ursache verborgen ist.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 12.04.2017