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Epilepsie

Hilfe beim Anfall

Wenn ein Anfall auftritt, gilt es, Ruhe zu bewahren. Die meisten Anfälle klingen von allein ab. Was man tun kann, ist

  • Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, außer Reichweite bringen
  • evtl. den Kopf mit Kleidungsstücken oder Kissen unterlegen
  • Brille abnehmen
  • beengende Kleidungsstücke lösen
  • nach dem Anfall den Patienten in die stabile Seitenlage bringen

Man sollte dem Kind nichts zwischen die Zähne schieben, um einen Zungenbiss zu verhindern. Ein Beißkeil hat nur Sinn bei einer Serie von Anfällen, wenn er zwischen den Anfällen in den Mund geschoben wird. Im Anfall werden dadurch nur die Zähne geschädigt, der Zungenbiss erfolgt, wenn zu Beginn des Anfalls.

Das Kind darf während des Anfalls nicht festgehalten werden, und man sollte nicht versuchen, das Kind zu beatmen.

Jeglicher Versuch, die Muskulatur gegen Widerstand in eine Richtung zu bewegen, ist entweder nutzlos oder gefährdet den Patienten. Durch Festhalten mit grober Gewalt könnten Knochen brechen. Eine mögliche Stimulation wie Tauchen in kaltes Wasser oder Schläge sollte unterlassen werden
Die Gabe eines „Notfallmedikaments“ (Diazepam) ist bei einem Grand-mal erst bei einer Anfallsdauer von über 3 Minuten notwendig. Dies kommt nur in extremen Ausnahmesituationen vor. Diazepamrektiolen werden wie ein Zäpfchen verabreicht.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 12.04.2017