Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

AIDS bei Säuglingen & Kindern

Vorsorge

Ohne prophylaktische Maßnahmen liegt in Europa die Übertragungsrate des HI-Virus von der Mutter auf das Kind bei 16-19%. Durch Zusammenarbeit von Geburtshelfern und Kinderärzten konnten in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte bei der Vorsorge erreicht werden. Heute ist es in Deutschland möglich, die Übertragung in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle zu verhindern. Voraussetzung dafür ist, dass die HIV-Infektion der Mutter bekannt ist, damit notwendige Maßnahmen besprochen und rechtzeitig eingeleitet werden können.

Die Prophylaxe besteht zunächst aus einer antiretroviralen Therapie der Mutter beginnend einige Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin und wird mit einer solchen Therapie in den ersten Lebenswochen des Neugeborenen fortgesetzt. Darüber hinaus sollte ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, um zu verhindern, dass das Kind im Geburtskanal Schleim in die Nase und in die Augen bekommt und sich so infiziert. Wenn beide Maßnahmen durchgeführt werden, kann die Infektionsrate auf < 1% gesenkt werden. HIV-infizierte Mütter sollten dann auch nicht stillen, da das Virus auch über die Muttermilch übertragen werden kann.

Bei der Versorgung blutender Wunden sollten grundsätzlich Gummihandschuhe getragen werden. Kommt man doch einmal mit Blut in Berührung, sollte diese Stelle sofort gründlich mit Wasser und Seife abgewaschen werden und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Wenn auf der Haut Verletzungen vorliegen, sollte ein Desinfektionsmittel verwendet und auch ein Arzt konsultiert werden.

Verhalten beim Wickeln

Da Stuhl und Urin für die Übertragung nicht in Betracht kommen, benötigt man zum Wickeln eines HIV-infizierten Kindes keine Schutzhandschuhe. Es sei denn, das Kind leidet an einer Darminfektion oder es befindet sich Blut im Stuhl. Nach dem Wechseln ist es völlig ausreichend, wie üblich die Hände gründlich zu waschen.

Blutverschmierte Gegenstände und Wäsche

Blutverschmierte Gegenstände und Flächen sollten mit einem handelsüblichen Reinigungs- und Desinfektionsmittel gesäubert werden. Mit Blut verunreinigte Wäsche kann normal mit anderer Wäsche zusammen bei mindestens 60°C gewaschen werden.

Impfempfehlung

Für HIV-infizierte Kinder ohne Immunschwäche gelten in vieler Hinsicht die gleichen Impfempfehlungen wie für gesunde Kinder. Totimpfstoffe sollten allerdings stets Lebendimpfstoffen vorgezogen werden. Zusätzlich sollten infizierte Kinder jährlich gegen Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken geimpft werden. Bei Kindern, deren Immunsystem stärker geschwächt oder bei gänzlich vermieden werden.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Uwe Büsching

letzte Änderung: 12.11.2021