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AIDS bei Säuglingen & Kindern

Der Alltag eines „HIV-Kindes“ unterscheidet sich nicht grundlegend von dem anderer Kinder. Sie wachsen lange Zeit „normal“ auf, spielen und toben wie alle Gleichaltrigen. Aber die Krankheit ist ständig präsent, insbesondere wenn eine antiretrovirale Therapie eingenommen wird. Neben den drohenden körperlichen Auswirkungen belastet die Diagnose „HIV-Infektion/AIDS“ Kinder und Familienangehörige vor allem psychisch sehr stark. Meist reagiert die Umwelt aus Angst vor Ansteckung, oft aufgrund von Unwissenheit über die möglichen Übertragungswege, mit Ablehnung und Ausgrenzung. AIDS ist zudem eine Krankheit, welche die großen gesellschaftlichen Tabus Tod und Sexualität berührt.

Viele Eltern, von denen ja in der Regel mindestens einer selbst HIV-infiziert ist, verheimlichen die Infektion, oft auch vor Freunden und Verwandten. Sie wollen Stigmatisierung, Ausgrenzung und falsches Mitleid vermeiden. Die Folge davon ist das Gefühl, mit einem großen, unlösbaren Problem allein dazustehen und mit niemandem darüber sprechen zu können. So sehen sich Eltern zwischen der Angst vor der Isolierung durch die anderen, und der Problematik, über ein zentrales Thema ihres Lebens mit kaum jemandem sprechen zu können. Heute gibt es Selbsthilfegruppen (siehe bitte auch "Wichtige Adressen"), in denen sich betroffene Eltern – und die Kinder – begegnen können, um Erfahrungen auszutauschen und auch einfach mal mit jemandem offen zu reden.

Im Stadium AIDS verändert sich für die erkrankten Kinder sehr viel. Häufige Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte bestimmen den Alltag. Zunehmende Schwäche schränkt sie immer mehr ein. Hohe Medikamentenmengen müssen eingenommen werden. Oft stellt Essen einen täglichen Kampf dar, damit die Kinder ihr Gewicht halten und nicht noch schwächer werden.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Uwe Büsching

letzte Änderung: 12.11.2021