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Schreibaby (Regulationsstörung, veraltet: Dreimonatskoliken)

Ursachen

Die genauen Ursachen des unstillbaren Schreiens sind bis heute noch nicht geklärt. Manche Babys haben vermutlich Schwierigkeiten, sich ihrem Alter entsprechend selbst zu beruhigen. Sie haben diese Entwicklungsaufgabe noch nicht bewältigt und Experten sprechen von einer frühen Regulationsstörung. Diese Babys weinen viel, können schwer von selbst einschlafen und länger durchschlafen. Sie sind deshalb auch meist übermüdet.

Regulationsstörung (© Ilka Burckhardt - Fotolia.com)
© Ilka Burckhardt - Fotolia.com

Das Schreien beginnt oft beim oder nach dem Füttern. Sie scheinen unter Bauchkämpfen zu leiden, die durch „Winde“ oder Stuhlaustritt abnehmen. Tatsächlich zeigen Röntgenaufnahmen keinen Unterschied der Gasmenge im Darm zwischen „gesunden“ und Schreibabys. Vermutlich sind Schreibabys „sensibler“ als ihre Altersgenossen und sind schneller durch die Reize ihrer Umwelt überfordert und können schlecht „abschalten“. Sie leiden immer mehr unter Schlafmangel, der sie wiederum empfindlicher reagieren lässt.

Anfangs kann sich ein Kind nur durch Schreien bemerkbar machen. Es kann dabei aber verschiedene „Aussagen“ machen wollen. Wenn sich die Babys schwer beruhigen lassen, wechseln Eltern immer rascher ihre Strategien und beide Seiten werden immer frustrierter, angespannter, was zu erschöpften und überforderten Eltern führen kann, die dann keine Kraft mehr haben, angemessen auf ihr Kind zu reagieren – ein Teufelskreislauf entsteht.
Folgende Punkte sind über „Schreibabys“ bekannt:

  • Schreibabys gibt es überall auf der Welt.
  • Selbst vermehrter Körperkontakt hilft bei Schreibabys nicht.
  • Sowohl unter den gestillten Kindern als auch unter den „Flaschenkindern“ gibt es Schreibabys.
  • Schreibabys unterscheiden sich im Laufe ihres Lebens in Bezug auf ihre Gesundheit nicht von anderen Kindern.
  • In Raucherhaushalten ist das Risiko für Schreibabys erhöht.
  • Milchunverträglichkeit und Sodbrennen (der sogenannte gastro-ösophageale Reflux) können in seltenen Fällen auch einmal die Ursache von Schreiattacken sein.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Roland Fressle

letzte Änderung: 12.11.2021