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Schreibaby (Regulationsstörung, veraltet: Dreimonatskoliken)

Auswirkungen

Eltern belastet das Schreien ihres Kindes sehr. Die meisten Mütter mit Schreibabys (96%) leiden unter einem chronischen Erschöpfungs- und Überforderungssyndrom. Viele Eltern sind auch enttäuscht, da sie eine andere Erwartungshaltung haben, wie z.B. ein lächelndes Baby, das auf ihre Beruhigungsversuche reagiert.

Schreibabys haben ein erhöhtes Risiko für ein Schütteltrauma

Risiko Schütteltrauma

Die gestressten Eltern reagieren immer heftiger, wenn sich das Baby nicht beruhigen lässt. Schreibabys sind laut Studien besonders gefährdet, ein Schütteltrauma zu erleiden, wenn unwissende Eltern es in ihrer Verzweiflung schütteln. Innerhalb kürzester Zeit kann das Baby dadurch schwerwiegende Schäden erleiden: Wird ein kleines Kind geschüttelt, während es am Oberkörper gehalten wird, schleudert sein Köpfchen nach vorne und hinten. Denn die Nackenmuskulatur ist noch schwach und der Kopf macht bei Babys einen großen Teil des Körpergewichts aus. Dadurch bewegt sich die Gehirnmasse hin und her, wodurch Blutgefäße und Nervenbahnen reißen können und es zu Hirnblutungen und Hirnverletzungen kommen kann. Auch Blutungen an der Augennetzhaut sind möglich, die zu Sehstörungen oder sogar zur Blindheit führen können.

In Deutschland gibt es etwa 400 Fälle von Schütteltraumen jährlich. Fast 25% der Kinder können nicht mehr gerettet werden, viele leiden unter schwerwiegenden Folgeschäden.
Bemerken Eltern, dass ihre Kräfte sich erschöpfen bzw. ihr Kind ungewöhnlich oft schreit, sollten sie sich an ihren Kinder- und Jugendarzt wenden. Er kann bei der Suche nach einer Schreiambulanz behilflich sein und Tipps im Umgang mit dem Baby geben. Beispielsweise sollten Eltern das schreiende Baby auch mal einer anderen Betreuungsperson, wie Familienangehörigen oder einem geschulten Babysitter, anvertrauen oder kurz aus dem Zimmer gehen, bevor sie unkontrolliert handeln.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Roland Fressle

letzte Änderung: 01.08.2018