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Offener Rücken (Spina bifida)

Ursachen

Während der dritten bis vierten Woche in der Schwangerschaft verschließt sich die Vorstufe des Wirbelkanals, das so genannte Neuralrohr, um sich dann zur Wirbelsäule mit dem Rückenmark zu entwickeln. Bei Kindern mit Spina bifinda ist der Verschluss aus bisher noch nicht näher bekannten Gründen gestört. An einer Stelle bleibt der von den Wirbeln gebildete Rückenmarkskanal offen. Es treten Teile der Rückenmarkshäute (Meningen) aus (so genannte Meningozele) oder auch das Rückenmark selbst ist beteiligt (Myelomeningozele).

Ein Mangel an Folsäure, Vitamin B9, bzw. eine Störung des Folsäurestoffwechsels in den ersten Wochen der Schwangerschaft spielt ebenso eine Rolle.
Frauen mit Kinderwunsch sollten vorsorglich Folsäure einnehmen.

Da ein offener Rücken in manchen Familien gehäuft auftritt, vermutet man genetische Ursachen. Doch ist nicht bekannt, nach welchem Muster eine Weitergabe in die folgenden Generationen erfolgt. Befindet sich in der Familie bereits ein Kind mit offenem Rücken, so erhöht sich das Risiko für ein weiteres Kind, mit Spina bifida auf die Welt zu kommen, um etwa 40%. Sind bereits zwei Kinder mit Spina bifida in der Familie, so tritt bei einer folgenden Schwangerschaft statistisch gesehen bei einem von 20 Kindern diese Fehlbildung auf. Ein Mangel an Folsäure, Vitamin B9, bzw. eine Störung des Folsäurestoffwechsels in den ersten Wochen der Schwangerschaft spielt ebenso eine Rolle. Deshalb sollten Frauen mit Kinderwunsch prophylaktisch Folsäure einnehmen. Auch die Einnahme bestimmter Wirkstoffe (z.B. gegen Epilepsie: Valproinsäure) oder Fieber in der Frühschwangerschaft, Schwangerschaftsdiabetes oder Adipositas der Mutter gelten als Risikofaktoren.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Gunhild Kilian-Kornell

letzte Änderung: 01.08.2018