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Herpes simplex

Diagnose

Blickdiagnose

Eine Herpes-Infektion ist meist an den schmerzhaften Bläschen und Geschwüren an den Lippen oder im Genitalbereich zu erkennen ("Blickdiagnose").

Elektronenmikroskop

Wenn bei Patienten der Befund unklar ist oder wenn sie unter einem schweren Herpes-Befall leiden (z. B. Ekzema herpaticum), hilft der Nachweis der Viruspartikel durch eine elektronenmikroskopische Untersuchung. Als Untersuchungsmaterial dient ein Abstrich der Schleimhaut oder der Bläscheninhalt. Das Ergebnis liegt noch am gleichen Tag vor. Einziger Nachteil dieser Untersuchung ist, dass Elektronenmikroskope meist nur in großen Kliniken zu finden sind.

PCR (Polymerase-Kettenreaktion)

Diese Labor-Untersuchung ist sehr aufwendig und wird deshalb nur in unklaren Fällen und bei schwer kranken Menschen durchgeführt. Dieses Verfahren vervielfältigt die Erbsubstanz (DNS) des Virus, so dass diese leichter aufzufinden ist. Der Test reagiert nur auf die DNS des Herpes-simpex-Virus.

Blutuntersuchung

Nach einer Infektion können Antikörper gegen das Virus im Blut nachgewiesen werden. Dies Untersuchung ist nur  für eine behandlungsbedürftige Herpes-Erkrankung zur Abklärung nötig.

Pränatale Diagnostik

Infiziert sich eine schwangere Frau zum ersten Mal mit Herpes und breitet sich das Virus aus (Virämie), wird unter Umständen eine Fruchtwasserentnahme oder ein Nabelschnurpunktion empfohlen. Wenn Ultraschalluntersuchungen können Veränderungen zeigen, diese müssen aber durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Untersuchungen beim Neugeborenen

Zeigt das Neugeborene Zeichen einer Herpes-Infektion hilft eine Blutentnahme, ein Rachenabstrich, die Punktion der Bläschen oder ggf. des Hirnwassers (Liquor), um Antikörper nachweisen zu können bzw. den Verdacht zu bestätigen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Thomas Fendel

letzte Änderung: 01.08.2018