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Colitis ulcerosa

Diagnose

Da die Beschwerden zu Beginn einer Colitis ulcerosa meist leicht und relativ uncharakteristisch sind, vergehen bis zur eindeutigen Diagnose der Erkrankung oftmals Monate oder Jahre. Auch Darminfektionen mit verschiedenen Krankheitserregern (z.B. Salmonellen) können Symptome wie blutige Durchfälle, Bauchschmerzen und Fieber verursachen. Deshalb muss der Arzt zunächst eine mikrobiologische Untersuchung des Stuhls vornehmen und eine infektiöse Darmerkrankung ausschließen. Ein Blutbild hilft bei der Diagnosestellung (wichtig u.a. Entzündungsstatus, Eisenhaushalt, Nierenfunkton, Transaminasen [geben Hinweise auf Zell-/Leberschäden] und Cholestaseparameter [Hinweis auf evtl. Gallenstauung] ).

Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und Röntgenuntersuchung des Bauchraumes werden der Zustand des Darms und anderer Organe beurteilt.

Bei Verdacht auf Colitis ulcerosa wird der Arzt eine Darmspiegelung (Rektoskopie und/oder Koloskopie) durchführen. Dabei findet er an der Mast- und/oder Dickdarmschleimhaut diffuse Rötungen und oberflächliche, mitunter aber ausgedehnte Geschwüre. Die Schleimhaut blutet leicht. Gleichzeitig kann die Darmwand von entzündeten, gutartigen Wucherungen (Pseudopolypen) durchsetzt sein.

Während der Darmspiegelung werden kleine Gewebeproben aus der Darmwand entnommen und anschließend untersucht (Biopsie). Oft ist eine genaue Unterscheidung zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, der zweiten häufigen Form chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, nur mit Hilfe dieser Untersuchung möglich.

In unklaren Fällen kann auch eine Kapselendoskopie hilfreich sein, u.a. wenn ein Verdacht auf M. Crohn besteht. Der betroffene Patient schluckt dabei eine mit einer kleinen Kamera ausgestattete Mikro-Kapsel. Die Kapsel nimmt dann bis zu 11 Stunden lang 2 Bilder pro Sekunde auf und sendet diese per Funk an einen Datenrekorder, den der Patient bequem in einer Umhängetasche bei sich trägt. Während der Untersuchung kann sich der Patient frei bewegen und ist in seinen Aktivitäten kaum eingeschränkt. Nach der Untersuchung lädt der Arzt die aufgenommenen Bilder auf einen Computer und wertet diese mittels einer speziellen Software aus.

Neben der Kapsel für Dünndarmuntersuchungen gibt es seit einiger Zeit auch eine Kapsel zur Untersuchung des Dickdarms.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018