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Colitis ulcerosa

Auswirkungen

Unter einer konsequenten Behandlung verläuft eine Colitis ulcerosa meist günstig. Verschlechterungen und Entzündungsschübe können durch Medikamente gut beherrscht werden. Die Lebenserwartung ist nicht kürzer als die der Normalbevölkerung. Lebensbedrohliche Komplikationen der Colitis ulcerosa (z.B. ein Darmdurchbruch in den Bauchraum) sind heute sehr selten geworden. Bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, das Gewicht, die Größe und die Entwicklung der Geschlechtsreife regelmäßig zu beobachten, um evtl. Störungen z.B. durch Mangelzustände frühzeitig ermitteln zu können.

Patienten mit Colitis ulcerosa haben ein höheres Risiko, an Dickdarm- oder Mastdarmkrebs zu erkranken. Krankheitsdauer, die Größe der befallenen Darmregion und ein jugendliches Alter bei Krankheitsbeginn sind Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen. Der Arzt wird deshalb bei Patienten mit mehr als 10-jähriger "Colitis-Geschichte" den weiteren Krankheitsverlauf durch regelmäßige Dickdarmspiegelungen (Koloskopie) mit Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) empfehlen. Werden krebsartige Zellveränderungen (Dysplasien) frühzeitig entdeckt, kann eine operative Entfernung von Teilen des Dickdarms eine Heilung herbeiführen.
Erkranken Heranwachsende an Colitis ulcerosa, kann die Krankheitsbelastung längerfristig zu einer psychische Störung führen. Deshalb sollten Eltern auf eine integrierte medizinisch-psychosomatische Betreuung achten. Eine Psychotherapie kann Kindern und Jugendlichen helfen, besser mit der gestörten Darmfunktion umzugehen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018