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ADHS / Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung

Verlauf

Anstrengende Säuglinge

Meist ist für Eltern der Umgang mit einem betroffenen Kind von klein auf äußerst anstrengend. Bereits als Säugling sind spätere ADHS-Patienten z.T. unausgeglichen, häufig handelt es sich um so genannte Schreibabys. Ess- und Schlafprobleme werden öfter beobachtet. Die Kinder sind sehr aktiv und schwer zu bremsen, sie befinden sich auf einem hohen Erregungsniveau. Engen Körperkontakt lehnen sie ab. Treten solche Symptome im Säuglingsalter auf, wird später bei etwa 30% der Fälle eine ADHS festgestellt. Eine Diagnose ist in diesem Alter nicht möglich!

Widerspenstige Kleinkinder

Im Kleinkindalter wird die motorische Hyperaktivität zum hervorstechenden Symptom. Die Kleinen sind extrem zappelig, neigen zu sprunghaften Handlungen, integrieren sich z.B. im Kindergarten oder der Vorschule schlecht und haben ein erhöhtes Unfallrisiko. Die Sprachentwicklung kann entweder extrem früh oder sehr verzögert erfolgen.
Die 3- bis 6-Jährigen lehnen sich gegen ihre Eltern auf, wehren sich gegen Vorschriften und zeigen aggressive Reaktionen gegenüber Gleichaltrigen. Die Kinder können sich schlecht selbst beschäftigen, verlieren schnell die Lust und Geduld am Spielen und nehmen häufig eine Außenseiterrolle ein. Oft nässen die Kinder nachts noch im Grundschulalter ein.

ADHS und Schule
ADHS-Kindern fällt es schwer, sich im Unterricht zu konzentrieren (©pegbes - fotolia.com)

Probleme in der Schule

Mit der Schulzeit steigen die Leistungsanforderungen - spätestens dann haben Aufmerksamkeitsschwäche und impulsives Verhalten, Wutanfälle und fehlende Ordnung erhebliche Auswirkungen. Schulkinder mit ADHS lassen sich leicht ablenken und stören häufig den Unterricht. Lernschwierigkeiten und mögliche Teilleistungsstörungen (z.B. Legasthenie) sowie resultierende Umschulungen bzw. Klassenwiederholungen verstärken Selbstprobleme (z.B. vermindertes Selbstwertgefühl) und erhöhen das Risiko für emotionale Auffälligkeiten.

Schwierige Jugend

Im Jugendalter vermindert sich in vielen Fällen die motorische Unruhe, während Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen und damit meist auch die Schulprobleme weiter existieren. Jugendliche mit ADHS sind kaum in der Lage, sich selbst zu organisieren, haben keine Zeiteinteilung, ihr soziales Verhalten ist gestört, die Ratschläge der Eltern werden als Bevormundung, ihre Art Kontakt aufzunehmen von  Gleichaltrigen oft als aggressiv empfunden. Sie schwänzen die Schule oder brechen die Schulausbildung ganz ab. Geringe Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, Organisationsdefizite und ein chaotischer bisweilen unmotivierter Arbeitsstil erschweren darüber hinaus den Einstieg ins Berufsleben. Wichtiges kann nicht von unwichtigen Dingen unterschieden werden und wird damit oft nicht erledigt. Nicht selten geraten Betroffene auf die schiefe Bahn, nehmen Drogen und werden strafauffällig.

Erwachsene mit wenig Selbstbewusstsein

Etwa zwei Drittel der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter noch unter Aufmerksamkeitsstörungen und beeinträchtigter Impulskontrolle. Ältere ADHS-Patienten besitzen meist ein geringes Selbstwertgefühl und große Mängel in der Selbstorganisation. Berufliche und soziale Bindungen bleiben instabil.

Autor: äin-red; fachliche Unterstützung: Dr. Klaus Skrodzki

Fachliche Unterstützung: Dr. Klaus Skrodzki

letzte Änderung: 01.08.2018