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ADHS / Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung

Wichtige Hinweise für Eltern

Leidet Ihr Kind an ADHS, so wirkt sich das erheblich auf Ihr Familienleben aus. Sie sollten daher unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und die Therapieangebote wahrnehmen. Ein umfassendes Behandlungskonzept ist sinnvoll und mithilfe eines Elterntrainings werden Sie ebenfalls eingebunden. Dort lernen Eltern u.a. alles über die Auswirkungen einer ADHS, was sie im Umgang mit ADHS-Patienten beachten müssen (z.B. einfache und klare Regeln, strukturierter Tagesablauf, wenig Reizangebote durch TV und PC-Spiele, Anweisungen müssen einzeln erfolgen, konsequentes Verhalten etc.) und wie sie durch ihr Verhalten Spannung aus der akuten Situation des Kindes nehmen können. Ganz wichtig ist auch, dass Sie selbst Schuldgefühle abbauen – ADHS wird durch eine neurobiologische Hirnfunktionsstörung verursacht und ist nicht das Ergebnis falscher Erziehung!

ADHS-Elterncoaching
Die Diagnose "ADHS" ist eine große Aufgabe für die ganze Familie.

Bei Ihrem Kind liegt eine Erkrankung vor, welche seine Entwicklung nachhaltig beeinflussen kann. Sie sollten akzeptieren, dass sich Ihr Kind nicht zum Spaß oder aus Trotz so verhält. Es leidet selbst unter seinem Verhalten. Ihr Kind braucht Sie! Nehmen Sie Ihr Kind so an, wie es ist. Heben Sie seine positiven Seiten hervor. Besondere Begabungen sollten früh erkannt und gefördert werden. Sie steigern das Selbstwertgefühl, da das Kind merkt, dass es doch etwas kann. Legen Sie ansonsten hinsichtlich der Fähigkeiten keine Altersnorm an, sondern betrachten und loben Sie die Fortschritte Ihres Kindes im Rahmen seiner eigenen Entwicklung.

Eltern sollten die näheren Kontaktpersonen ihres Kindes in die pädagogischen Maßnahmen einbeziehen, um ihre Unterstützung bitten und vermitteln, wie wichtig z.B. Aufmerksamkeit, Kontrolle und klare Strukturen für das Kind sind.

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Aufbau und Erhalt sozialer Kontakte mit Gleichaltrigen. Hierzu sind Sportvereine oder Musikschulen eine gute Möglichkeit. Eine Isolation Ihres Kindes, um Schwierigkeiten zu vermeiden, bringt es nicht weiter. Regelmäßiger Sport, z.B. Reiten, Judo oder Yoga, fördert außerdem das Wohlbefinden des Kindes und lenkt die Energien in richtige Bahnen.

Vergessen Sie nicht, auch ab und zu an sich zu denken. Verschaffen Sie sich Auszeiten! Nur, wenn es Ihnen gelingt, selbst Kraft zu schöpfen, können Sie die große Herausforderung des Alltags mit einem ADHS-Kind meistern, trotz Chaos und Lautstärke liebevoll und geduldig bleiben. Ihr eigenes emotionales Gleichgewicht stärkt auch Ihr Kind.

Autor: äin-red; fachliche Unterstützung: Dr. Klaus Skrodzki

Fachliche Unterstützung: Dr. Klaus Skrodzki

letzte Änderung: 01.08.2018