Der Verlust des Status steht im Zusammenhang mit steigenden Infektionszahlen in Europa sowie sinkenden Impfquoten. Ein Sprecher des WHO-Regionalbüros für Europa erklärte gegenüber Medical News Today, Ausbrüche von Masern und anderen impfpräventablen Krankheiten stellten – neben Antibiotikaresistenzen und neu auftretenden Gesundheitsbedrohungen – eine Gefahr für die r europäischen Bevölkerung dar. Anhaltende Immunitätslücken hätten 2024 zu einem regionsweiten Wiederanstieg geführt und die Zahl der Länder mit bestätigter Maserneliminierung verringert.
Wann gilt ein Land als „masernfrei“?
Die WHO spricht von Maserneliminierung, wenn in einem Land über mindestens zwölf Monate keine endemische Virusübertragung stattfindet und ein leistungsfähiges Überwachungssystem dies belegt. Offiziell bestätigt wird die Eliminierung nach drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne kontinuierliche lokale Übertragung.
Kommt es hingegen über mehr als zwölf Monate hinweg zu einer fortlaufenden Übertragung, verliert ein Land den Eliminierungsstatus. Für eine nachhaltige Eliminierung ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 % bei der zweiten Dosis des MMR-Impfstoffs (Masern, Mumps, Röteln) erforderlich. In Europa sank die Impfquote zwischen 2019 und 2024 jedoch von 92% auf 91%.
Derzeit haben 13 Länder in der europäischen WHO-Region keinen bestätigten Eliminierungsstatus. Eine Krankheit gilt als endemisch, wenn sie innerhalb einer Bevölkerung dauerhaft zirkuliert und sich kontinuierlich ausbreitet.
Quellen: MedicalNewsToday, GAVI