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Morbus Crohn

Ursachen & Risikofaktoren

M. Crohn wird heute den Autoimmunerkrankungen zugerechnet. Das Immunsystem des Körpers greift bei den Betroffenen nicht nur Eindringlinge von außen an, sondern auch das körpereigene Gewebe.

Die Ursache der Erkrankung ist bis heute unbekannt. Morbus Crohn kommt gehäuft innerhalb von Familien vor, wird also offenbar durch genetische Faktoren beeinflusst. Bei Verwandten ersten Grades eines Patienten ist das Risiko, ebenfalls eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung zu entwickeln, etwa 30-fach höher als in der Normalbevölkerung. Wenn ein Zwilling an Morbus Crohn erkrankt, entwickelt zu 85% auch der andere die Darmprobleme.
Stadtbewohner erkranken häufiger als Landbewohner, der Einfluss von Umweltfaktoren ist jedoch nicht endgültig geklärt. Da chronisch-entzündliche Darmerkrankungen öfter in Industrieländern als in Entwicklungsländern auftreten, gelten unsere hohen Hygiene-Standards auch als mögliche Faktoren. Wissenschaftler haben Hinweise auf eine gestörte Immunregulation gefunden.
Auch unsere Ernährungsgewohnheiten mit einem großen Anteil an raffiniertem Zucker sind in Verdacht geraten, an der Entstehung des Morbus Crohn beteiligt zu sein. Möglicherweise sind auch lange unbemerkte Unverträglichkeiten mit verantwortlich.

Möglichst sechs Monate vollgestillte Säuglinge erkranken später seltener an Morbus Crohn. Stress und Rauchen erhöhen hingegen das Risiko für die Entwicklung eines Morbus Crohn.

Stress ist zwar keine Ursache des M. Crohn, er kann aber Krankheitsschübe bzw. eine Verschlechterung der Beschwerden begünstigen. Auch Sorgen, Depressionen oder Ängste beeinflussen das Krankheitsgeschehen oft negativ. Umgekehrt kann eine Zunahme der Beschwerden das psychische Befinden verschlechtern. Auch das Rauchen kann den Krankheitsverlauf belasten und die Chance auf Behandlungserfolge verringern.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 30.01.2018