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Kopfschmerzen - Migräne

Symptome & Krnankheitsbild

Der Kopfschmerz als Grunderkrankung (primärer Kopfschmerz) ist nicht, wie der sekundäre Kopfschmerz, nur die Begleiterscheinung einer Krankheit – er ist die Krankheit. In den meisten Fällen bleibt er harmlos.Kinder sprechen oft vom „bösen Kopf“. Behandelt werden müssen Kopfschmerzen nur, wenn sie in ungewöhnlicher Häufigkeit und/oder Stärke auftreten.

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form von Kopfschmerzen. Es handelt sich um einen dumpfen, leichten bis mittelschweren Schmerz, der oft im Nacken beginnt und sich über den ganzen Kopf ausbreitet und meist nur an wenigen Tagen im Monat auftritt. Der Spannungskopfschmerz steht mit Muskelverspannungen im Nacken bzw. Rücken in Zusammenhang.

Migräne

Sehr häufig leiden Kopfschmerzpatienten unter Migräne. Die Krankheit tritt oft in der Pubertät zum ersten Mal auf, aber auch schon bei Kleinkindern stellt man Migräneattacken fest. Die betroffenen Patienten leiden teilweise mehrmals im Monat unter einem Migräneanfall. Drei Viertel der migränekranken Erwachsenen sind Frauen. Im Kindesalter leiden Jungen und Mädchen gleichermaßen an Migräne. Heftige, hämmernde Schmerzen, meist verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, Überempfindlichkeit gegen Licht, Lärm und Gerüche sind typische Merkmale der Migränekopfschmerzen. Die Anfälle können bis zu 72 Stunden dauern, bei Kindern dauern die Attacken jedoch normalerweise nur einige Stunden.

Für Migräneanfälle kann ein typischer Verlauf von vier Phasen festgestellt werden:

  • Vorphase
    Meist wird der Anfall durch eine Vorphase angekündigt, die durch eine depressive Verstimmung, aber auch durch Überaktivität und Euphorie gekennzeichnet ist. Dazu kommen Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, Durst, Einlagerung von Wasser im Gewebe (Ödeme), Durchfall oder Verstopfung. Es wird vermutet, dass mit den Symptomen in dieser Vorphase eine starke körperliche Belastung verbunden ist, auf die der Körper mit dem eigentlichen Migräneanfall reagiert, um eine Erholung zu erzwingen.
  • "Aura"
    In 10 bis 15 % der Fälle tritt eine halbe Stunde vor dem Anfall eine ”Aura” als zweite Phase auf (Sehstörung mit Flimmern und farbigen Schlieren vor den Augen, Sprach- und Sprechstörungen). Es wird angenommen, dass es in diesen beiden ersten Phasen zu einer immer schlechteren Durchblutung einzelner Hirnabschnitte kommt, die mit einer Gefäßverengung einhergeht.
  • Kopfschmerzphase
    Erst dann tritt die eigentliche Kopfschmerzphase auf, in der die Gefäße sich wieder erweitern und die Durchblutung steigt. Die Arterien pumpen das Blut stärker durch die Gefäße, wodurch die heftigen, hämmernden Schmerzen zu erklären sind.
  • Schlafphase
    An die Kopfschmerzphase schließt sich oft noch eine Schlafphase an. Nicht alle vier Phasen treten bei jedem Patienten und bei jedem Anfall auf.