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Insektengiftallergie

Ursachen

Verglichen mit einer Pollen- oder einer Hausstaubmilbenallergie sind Allergien gegen Insektengift selten. Dafür sind sie aber nicht zu unterschätzen: Sie können schwere allergische Symptome auslösen, die nur wenige Sekunden bis Minuten nach dem Stich einsetzen. Wie bei allen anderen Allergien liegt eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems zugrunde. Insektengifte führen zu einer so genannten allergischen Reaktion vom Typ I (es gibt vier unterschiedliche Reaktionstypen). Das bedeutet: Kommen die Immunzellen in Kontakt mit bestimmten Eiweißsubstanzen, die im Insektengift enthalten sind, produzieren sie als Antwort Immunglobulin E (IgE)-Antikörper. Diese Antikörper binden an die Oberfläche von bestimmten Abwehrzellen (Granulozyten im Blut oder Mastzellen im Gewebe). Die Antikörper binden dabei so, dass ihre “Fangarme”– jene Stellen, welche das Insektengift erkennen können – frei sind. Dieser Vorgang wird als Sensibilisierung bezeichnet.

Vorerst passiert also noch nicht viel. Das ändert sich aber, wenn man mit dem Insektengift erneut in Kontakt kommt, also mit dem zweiten Stich. Dann läuft plötzlich eine ganze Kette von Reaktionen ab: Die IgE-Antikörper an der Oberfläche der Mastzellen und Granulozyten binden die Eiweißstoffe im Insektengift. Daraufhin schütten die Abwehrzellen eine ganze Reihe von Botenstoffen aus, darunter Histamin, Prostaglandine, Leukotriene, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Es kommt zu einer verstärkten Abwehrreaktion. Die Botenstoffe sind für die anaphylaktischen Reaktionen verantwortlich: Histamin bewirkt zum Beispiel ein Zusammenziehen der glatten Muskulatur in den Bronchien (deshalb bekommt man schlechter Luft), erweitert kleinere Gefäße (erklärt Hautrötung und Quaddelbildung sowie Blutdruckabfall), fördert die Adrenalinausschüttung (Herzklopfen!) und wirkt direkt an Nervenendigungen, was Schmerz und Juckreiz hervorruft. Neueste Untersuchungen zeigen, dass Insektengiftallergiker häufig eine erhöhte Anzahl von Mastzellen im Blut haben.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018