Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)

Symptome & Krankheitsbild

Bei beiden Diabetes-mellitus-Typen sind ähnliche Symptome zu beobachten. Der Typ-1-Diabetes entwickelt sich allerdings in der Regel schneller, oftmals sogar in einigen Tagen bis Wochen.

Durst bei Diabetes
Großer, nicht nachlassender Durst kann ein erstes Anzeichen für Diabetes sein.

Erste Anzeichen

Bei folgenden Alarmsignalen müssen Sie mit Ihrem Kind unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen, es besteht die Gefahr eines diabetischen Komas:

  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten
  • Großer, nicht nachlassender Durst, der zu einer Flüssigkeitszufuhr von mehreren Litern pro Tag führt
  • Gewichtsverlust trotz Heißhungers und verstärkter Nahrungsaufnahme (tritt nur bei Typ-1-Diabetes auf)
  • Verstärkter Harndrang mit großen Mengen Urin, die Kinder wachen nachts davon auf oder nässen ein.
  • Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, schnelle Gereiztheit
  • Nachlassen der körperlichen und geistigen Konzentrationsfähigkeit, Erschöpfungszustände (bei Typ-1-Diabetes)
  • Bauchschmerzen
  • Sehstörungen
  • Trockene Haut

Akutkomplikationen

Eine plötzliche Entgleisung des Stoffwechsels (diabetische Ketoazidose) in Folge eines stark erhöhten Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) macht sich zusätzlich zu den ersten Anzeichen durch unspezifisches Beschwerden wie Erbrechen, Bauchschmerzen und Austrocknung des Körpers (Dehydration) bemerkbar.

Im nächsten Stadium kommt es zu tiefer, zwanghafter Atmung und einem Geruch von Azeton in der Atemluft und im Urin. Es folgen Bewusstseinsstörungen bis hin zu einem diabetischen Koma (Coma diabeticum, Zuckerkoma). Besonders bei Kleinkindern kann diese Entwicklung innerhalb weniger Stunden eintreten. Die diabetische Ketoazidose ist in erster Linie beim Diabetes-Typ-1 bekannt.

In 0,3 bis 1,0% aller Fälle führt sie zu einem lebensgefährlichen Hirnödem, d.h. einer Schwellung des Gehirns.

Eine akute Komplikation der Insulintherapie ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie entsteht durch zu hohe Insulindosen, verminderte Nahrungsaufnahme, Erbrechen bzw. oder hohe körperliche Belastung. Sie macht sich durch Blässe, zittrige Knie, Herzklopfen, Heißhunger sowie ein pelziges Gefühl im Mund bemerkbar. Unbehandelt kann es zu Krampfanfällen oder einer Bewusstlosigkeit kommen. Ob langanhaltende schwere Hypoglykämie-Anfälle das Gehirn schädigen, ist bislang wissenschaftlich umstritten.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Klaus Rodens

letzte Änderung: 30.03.2016