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Leukämie (Blutkrebs)

Diagnose

Erster Schritt für die rasche Diagnosefindung ist eine ausführliche Erfragung und Zusammentragung der Beschwerden (Anamnese).

Bei der körperlichen Untersuchung können dem Kinder- und Jugendarzt folgende Krankheitszeichen auffallen:

  • Blässe
  • Lymphknotenvergrößerung, meist an Hals und Leisten
  • Vergrößerung von Milz und/oder Leber
  • punktförmige Einblutungen in die Haut oder blaue Flecken
Blutprobe
Bei Leukämie zeigen sich typische Blutbildveränderungen.

Um andere Krankheitsursachen auszuschließen, wird der Kinder- und Jugendarzt eine Blutuntersuchung durchführen, bei der dann die typischen Blutbildveränderungen auffällt. So ist bei einer akuten lymphatischen Leukämie häufig sowohl die Zahl der roten Blutzellen (Erythrozyten) als auch die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert. Außerdem ist in vielen Fällen die Zahl der weißen Blutzellen (Leukozyten) erhöht.

Erhärtet sich der Anfangsverdacht auf eine akute lymphatische Leukämie, muss eine Untersuchung des Knochenmarks erfolgen. Im Knochenmark werden Abwehrzellen, die sogenannten Lymphozyten gebildet. Bei dieser Untersuchung wird unter lokaler Betäubung eine Nadel in das Knochenmark des Beckenknochens oder des Brustbeins eingeführt, um eine Probe zu entnehmen. Bei einer akuten lymphatischen Leukämie werden viele, unausgereifte Lymphozyten gebildet, sogenannte Blasten. Ihr Anteil liegt bei einer akuten Leukämie über 20-25%.

Um die Erkrankung einer Leukämieart eindeutig zuordnen zu können, werden spezielle mikroskopische Laboruntersuchungen durchgeführt. Hierbei werden das Aussehen und Verhalten der Zellen auf chemische Substanzen und Antikörper untersucht. Für jede Leukämieart bestehen eigene Klassifikationen mit Untergruppen. Diese sind zusammen mit molekularbiologischen Analysen von entscheidender Relevanz für die Therapie und Prognose der Erkrankung.

Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Computertomografie, Kernspintomografien und Skelettszintigrafie runden die Befunderhebung je nach Bedarf ab. Sie dienen dazu, festzustellen, welche Organe von der Erkrankung mit betroffen sind. Möglicherweise muss auch der Liquor, die Flüssigkeit in Gehirn und Rückenmarkskanal, untersucht werden. Welche Untersuchungen letztendlich durchgeführt werden, hängt vom Einzelfall ab.

Da all diese Untersuchungen in der Regel in kürzester Zeit gemacht werden, um baldmöglichst mit der Therapie beginnen zu können, ist die gründliche Aufklärung über jeden weiteren diagnostischen Schritt für das erkrankte Kind und seine Eltern sehr wichtig. Die kontinuierliche Information kann helfen, die Krankheit und die sich anschließende lange und belastende Therapie besser zu begreifen und sich selbst aktiv in den Heilungsprozess einzubeziehen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018