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Leukämie (Blutkrebs)

Auswirkungen

Erkranken Kinder an einer akuten Leukämie, haben sie eine gute Heilungschance, wenn diese frühzeitig erkannt wird. Die Prognose hängt davon ab, an welcher Unterform der Leukämie das Kind erkrankt ist, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und wie es auf die Behandlung anspricht. Ca. 90% der an einer akuten lymphatischen Leukämie erkrankten Kinder leben nach 5 Jahren krankheitsfrei. Von den Kindern, die an einer akuten myeloischen Leukämie erkranken, leben noch knapp 70% fünf Jahre nach Diagnosestellung krankheitsfrei.

Allerdings spenden diese Zahlen im Krankheitsfall wenig Trost. Niemand kann vorhersagen, wie sich eine Erkrankung im Einzelfall entwickeln wird. Daher beginnt mit der Diagnose für das betroffene Kind und seine Angehörigen eine lange Zeit von Hoffen und Bangen. Fragen nach Schuld und Ursache seitens der Familie belasten zusätzlich. Kinder übernehmen nicht selten die Aufgabe, neben der eigenen Auseinandersetzung mit der Krankheit, auch noch die emotional überlasteten Familienangehörigen zu unterstützen. So erklären sich enorme innere Reifeentwicklungen vieler Leukämie-kranken Kinder. Während einige Kinder sehr ernst werden, können viele die Zeit der Krankheit und Therapie aber auch “vergessen”. Kinder brauchen in dieser Zeit eine positive und offene Umgebung, in der sie gemeinsam mit anderen kleinen Patienten ihre Krankheit verarbeiten und überwinden lernen.

Auch nach einer Klinikentlassung in “geheiltem Zustand” bleiben Ängste vor einem Krankheitsrückfall und dem erneuten Krankenhausaufenthalt. Psychologische, soziale und medizinische Nachbetreuung sind daher von großer Bedeutung.

90 von 550 bis 600 pro Jahr neu an akuter lymphatischer Leukämie erkrankten Kinder in Deutschland erkranken erneut (Rezidiv). Die Heilungschancen sinken hierdurch deutlich. Nur 35-40% der Betroffenen Kinder leben nach 5 Jahren noch krankheitsfrei. Rezidive treten meist 2 bis 3 Jahre nach der ersten Diagnose auf. Bei einer akuten myeloischen Leukämie erleiden fast ein Drittel der betroffenen Kinder einen Krankheitsrückfall. In diesem Fall sinkt die 5-Jahresüberlebensrate auf 38%.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 01.08.2018