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Krätze (Skabies)

Ursachen

Die Verursacher der Krätze sind die nur bis zu 0,5 mm großen Krätzmilben (Sarcoptes scabiei variata hominis). Es sind verschiedene Vertreter dieser Spinnentiere bekannt, die zwar normalerweise eine Vorliebe für einen bestimmten Wirt haben – wie z. B. den Menschen (var. hominis), die Katze (var. cati) oder den Hund (var. canis) –, den Wirt aber auch wechseln. Allerdings klingen die Hauterscheinungen meist nach kurzer Zeit von selbst ab, wenn Milben vom Tier auf den Menschen übertragen wurden.

Krätzmilben werden durch engen, anhaltenden (5-10 Minuten) Hautkontakt übertragen - beispielsweise, wenn Kinder mit Erkrankten ausgiebig kuscheln oder in einem Bett schlafen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen werden Milben auch während des Geschlechtsverkehrs übertragen. Da sich das befruchtete Weibchen erst einmal von seinem Wirt lösen muss, um auf den nächsten zu wechseln, reicht eine kurze Umarmung für eine Übertragung in der Regel nicht aus. Weniger wahrscheinlich ist ferner eine Übertragung über Kleidung oder Spielzeug. Nur bei einer Sonderform der Krätze, der sogenannten Borkenkrätze, können die Milben auch bei einem kurzen Körperkontakt – etwa beim Hände schütteln – sowie über Gegenstände, Bettwäsche oder Polster übertragen werden, weil der Milbenbefall bei den Erkrankten so hoch ist.
Die Weibchen der Krätzmilben graben Gänge in die obersten Hautschichten und legen dort täglich 2 bis 3 Eier. Außerdem hinterlassen sie hier ihren Kot. Pro Tag bewegen sie sich 0,5 bis 5 mm voran. Innerhalb von 2 bis 3 Tagen schlüpft der Nachwuchs. Die Larven begeben sich wieder an die Hautoberfläche, verstecken sich in Hautfalten und entwickeln sich dort innerhalb von zwei bis drei Wochen zu geschlechtsreifen Milben. Während die Männchen nach der Begattung sterben, dringen die befruchteten Weibchen wieder zurück in die Haut ein. Die Milben leben etwa vier bis acht Wochen. Die ersten Krankheitszeichen treten innerhalb von zwei bis fünf Wochen nach der Ansteckung auf.

Ohne ihren Wirt können Krätzmilben nicht länger als 1 bis 3 Tage überleben, in der Waschmaschine oder im Wäschetrockner versterben sie Temperaturen oberhalb von 50° innerhalb von 10 Minuten.

Autor:

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus (derzeit in Überarbeitung)

letzte Änderung: 27.07.2017