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FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)

Was ist FSME, eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis?

Ist man während der Zeckensaison zwischen März/April und Oktober/Novermber viel in freier Natur, durchstreift Wiesen und Wälder, so hat man in bestimmten FSME-Endemiegebieten ein erhöhtes Risiko, an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zu erkranken. Denn in dieser Jahreszeit ist die Gefahr, von einer infizierten Zecke gestochen zu werden, am größten.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (© Michael Tieck - Fotolia.com)
Zecke (© Michael Tieck - Fotolia.com)

Ein Impfschutz ist beim Aufenthalt in Risikogebieten unbedingt ratsam. Der FSME-Auslöser ist ein Virus (Flavivirus), das bei einem Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden kann. In seltenen Fällen ist auch die Ansteckung durch den Genuss von unpasteurisierter Milch von infizierten Tieren möglich. Je älter der Erkrankte, desto schwerer ist der Verlauf der FSME-Erkrankung. Das Krankheitsbild kann lebensbedrohlich sein – nicht nur die Hirnhäute können sich entzünden, die Infektion kann sich auch im gesamten Nervensystem ausbreiten und somit auch im Gehirn. Etwa 12-15% der FSME-Erkrankungen treten im Kindesalter auf.

Zecken sind sehr widerstandsfähig. Sie können sogar Tieffrieren bis -18 °C mit anschließendem Auftauen überleben. Außerdem ertragen sie Hitze bis 45 °C. Dies bedeutet, dass Zecken sogar unter Umständen im Winter einen Wirt befallen oder in einem Kleidungsstück eine Wäsche überleben können.
FSME kommt europaweit vor, insbesondere in Russland, im Balkan sowie in Zentral- und Nordeuropa.  

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen besteht in Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 583 FSME-Fälle gemeldet, davon 271 in Baden-Württemberg und 224 in Bayern. Im Jahr 2019 traten nuir gerinfügig weniger Fälle auf: 445, davon 157 in Baden-Württemberg und 202 in Bayern (SurvStat 19.02.20).

Im Jahr 2018 wurden 3.212 FSME-Fälle aus den EU/EWR-Ländern gemeldet, von denen 3.092 (96,3%) bestätigt wurden (0,6 Fälle pro 100 000 Einwohner). Von 2.539 Fällen mit bekanntem Ausgang starben 16 (Todesfall: 0,6%). Litauen zeigte die höchste Rate (13,6 Fälle pro 100.000 Einwohner), gefolgt von Slowenien (7,4) und der Tschechischen Republik (6,7). Die meisten bestätigten Fälle im Jahr 2018 wurden in der Tschechischen Republik (n = 712), in Deutschland (n = 583) und in Litauen (n = 384) dokumentiert.

Im Vergleich zu den Daten von 2017 hat sich Erkrankungsrate in der Slowakei verdoppelt und in Deutschland um 22,4% erhöht, während sie in Litauen um 23,2% sank. Mit Blick auf die Trends der letzten fünf Jahre schwanken die Meldequoten jährlich, und nur in Slowenien und Deutschland ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen.

Zu den Ländern mit erhöhtem FSME-Risiko in Europa gehören derzeit Österreich, Slowenien, die Slowakei, Ungarn, die Tschechische Republik, die baltischen Staaten, Süddeutschland sowie Süd- und Ostschweden. FSME ist in Russland von der westlichen Grenze zu Europa bis zur östlichen Grenze weit verbreitet. Der FSME-Virusstamm in Russland verursacht schwerere Erkrankungen als der mitteleuropäische Stamm, und Todesfälle sind nicht ungewöhnlich.
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Aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts (Quelle: RKI, Epid. Bull 8, 2020, S. 12).

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach

letzte Änderung: 20.02.2020