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Kleinwuchs / Wachstumsstörungen

Ursachen und Krankheitsbilder

Familiärer Kleinwuchs (primärer Kleinwuchs)

Die Eltern sind kleinwüchsig und ihre Kinder ebenso. Es liegt keine krankhafte Ursache, sondern eine Vererbung vor. Störungen der Knochenentwicklung oder der Pubertät treten nicht auf, diese Menschen sind einfach nur kleiner als der Durchschnitt. Die Wachstumskurve der betroffenen Kinder verläuft zwar etwas unterhalb der 3%ile, aber stets parallel. Gelegentlich kann die Vererbung des Kleinwuchses „verdeckt“ sein: normal große Eltern haben neben normal großen Kindern auch ein kleinwüchsiges Kind. In den familiären Vorgeschichten wird man dann Familienangehörige finden, die kleinwüchsig sind.

Ein Sonderfall ist die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung. Hier besteht eine normale Endgröße, aber in der frühen Kindheit ist das Wachstum verzögert und kann temporär Größenwerte unterhalb der 3%ile aufweisen.

Sekundärer Kleinwuchs

Viele Faktoren können das Wachstum beeinflussen:

  • krankhaft veränderte Erbanlagen (z.B. M.Down [Trisomie 21], Ullrich-Turner-Syndrom)
  • Hormonstörungen (z.B. Wachstumshormonmangel bei Kraniopharyngeom)
  • Mangel- oder Fehlernährung - auch schon während der Schwangerschaft -, bzw.
  •  Rauchen in der Schwangerschaft, d.h. "Passivrauchen" bereits im Mutterleib, gilt u.a. (neben Alkohol-, Drogenkonsum, Infektionen in der Schwangerschaft) als eine der Hauptursache für eine geringe Geburtsgröße. Nikotin und andere Substanzen des Tabaks wirken sich negativ auf die Plazentadurchblutung und damit auf die Ernährung des Embryos aus
  • Immundefekte (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie M. Crohn oder Colitis ulcerosa)
  • Stoffwechselstörungen
  • schwere Erkrankungen der inneren Organe
  • Skelettfehlbildungen (Skelettdysplasien)
  • Stoffwechselstörungen (z.B. des Knochenstoffwechsels)

aber auch

  • psychosoziale Ursachen: Vernachlässigung, Essstörungen (Magersucht), Depression
  • Nebenwirkungen von erforderlichen Behandlungen (Strahlen- oder Chemotherapie, hochdosiertes Kortison).

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 14.09.2017