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Akne

Therapie & Aknebehandlung

Grundsätzlich gilt leider: Akne lässt sich nicht über Nacht heilen. Die Behandlung ist langwierig, sie zieht sich über Wochen oder Monate hin und erfordert Konsequenz, Disziplin und vor allem Geduld. Wenn nur eine leichte Form der Akne vorliegt, können auch Hausmittelchen wirksam sein. Hefetabletten unterstützen die Haut mit wichtigen Nährstoffen; Gesichtspeelings oder Kamilledampfbäder helfen, die abgestorbenen Hornzellen der Haut abzutragen.

Mädchen nach Aknetherapie
Die Aknebehandlung erfordert Geduld!

An die Mitesser sollte man nicht selbst Hand anlegen, jede Manipulation verschlimmert die Situation nur. Viel besser ist es, Rubbelcremes einzusetzen oder durch eine Kosmetikerin eine Tiefenreinigung, eine sogenannte „Aknetoilette“, durchführen zu lassen. Viele Hautärzte und manchmal auch Kinder- und Jugendärzte arbeiten mit guten Kosmetikerinnen zusammen. Haben sich starke Narben gebildet, können diese operativ abgetragen werden. Wichtig: Stark ausgeprägte Akne kann sehr belastend sein, eine psychologische Begleitung ist in diesen Fällen sehr hilfreich.

Der Arzt verschreibt bei starken Entzündungen oder wenn das Selbstwertgefühl beeinträchtigt ist, äußerlich oder innerlich anzuwendende Präparate. Die jeweiligen Präparate sollten sorgfältig nach ärztlicher Anweisung angewandt werden. Vorsicht ist speziell im Sommer geboten, weil manche Aknemedikamente sich nicht mit der Sonne vertragen. Meistens dauert es mehrere Wochen, bis eine erste Linderung festgestellt wird. Sehr wichtig ist, dass die Präparate regelmäßig angewendet werden. Beim größten Teil der Betroffenen (über 90 %) dauert es dann etwa ein halbes Jahr bis die ersehnte Besserung eintritt.

Anti-Akne-Mittel

Vitamin-A-Säure z. B. wird als Creme, Gel oder Tinktur äußerlich aufgetragen. Sie schält die oberste Hautschicht ab und beseitigt so eine übermäßige Verhornung. Anfangs kann sich die Haut röten und schuppen, sie brennt unangenehm und spannt. Später lässt das wieder nach. Vitamin-A-Säure kann auch innerlich eingenommen werden: Sie ist hochwirksam, aber nicht völlig nebenwirkungsfrei. Frauen, die diese Präparate einnehmen, dürfen bis mindestens einen Monat nach der letzten Einnahme nicht schwanger werden, da es sonst zu Schädigungen des Embryos kommen kann!

Ein Verwandter der Vitamin-A-Säure ist das Isotretinoin. Dieses Medikament muss eingenommen werden. Es ist sehr stark wirksam und wird deshalb nur bei schweren Fällen und unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt. Da es fruchtschädigend ist, muss vor der Anwendung eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden, und falls eine Schwangerschaft geplant ist, muss das Mittel mindestens einen Monat vorher abgesetzt werden.

Schälend und zusätzlich antibakteriell wirkt Benzoylperoxid (BPO): Auch dieses Mittel reizt am Anfang die Haut, außerdem kann es farbige Textilien bleichen. Sehr selten reagiert der Körper auf diesen Wirkstoff mit einer Allergie.

Sowohl gegen die Entzündung als auch gegen die bakterielle Besiedelung wirkt die natürliche organische Säure Azelainsäure. Sie wird als Creme aufgetragen und reguliert durch ihren schälenden Effekt die Verhornung. Azelainsäure wird im Allgemeinen gut vertragen, aber auch hier kann es anfangs zu leichten Hautreizungen und zu einem Brennen auf der Haut kommen. Nach etwa vier Wochen sind die ersten Anzeichen einer Besserung zu bemerken.

Einige Antibiotika (z. B. Eryhtromycin, Clindamycin, Tetracycline) wirken gegen die Bakterien, welche die Entzündungen verursachen. Sie werden meist zur äußerlichen, in schwereren Fällen oder zu Therapiebeginn, um schnell eine Linderung zu erzielen, auch zur innerlichen Anwendung verordnet.

Bestimmte Hormonpräparate können die Akne bei längerer Einnahmezeit eindämmen: Sogenannte Antiandrogene hemmen die männlichen Hormone. Dadurch wird die Talgproduktion eingeschränkt und die Ursache der Akne beseitigt. Allerdings können diese Präparate nur von Mädchen und nur in Kombination mit beziehungsweise in einer „Anti-Baby-Pille” eingenommen werden.

Die verschiedenen Mittel können einzeln oder miteinander kombiniert eingesetzt werden. Der Arzt wird entscheiden, welche Vorgehensweise jeweils am besten geeignet ist. Wichtig ist, dass die Haut vor dem Auftragen der Cremes oder Salben, also zweimal täglich, mit milden Syndets oder Reinigungsgelen gewaschen wird. Aggressive Reinigungslotionen reizen die Haut und sollten deshalb vermieden werden.

Autor: äin-red

letzte Änderung: 01.08.2018