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Mögliche Spätfolgen

Viele Frühgeborene benötigen etwa acht Jahre, um den Entwicklungsvorsprung ihrer Altersgenossen aufzuholen. Das heißt: Im Alter von drei Jahren kann der Entwicklungsunterschied noch sehr groß sein, wird dann aber mit zunehmendem Alter immer geringer. Spätestens ab einem Alter von acht Jahren ist der Entwicklungsstand von Frühgeborenen mit dem ihrer Altersgenossen vergleichbar – vorausgesetzt, dass sie nach der Geburt keinerlei Hirnblutungen hatten.

Trotz verbesserter medizinischer Versorgung werden Frühgeborene auch in Zukunft häufiger auf therapeutische Hilfe (in Form von Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie u.a.) angewiesen sein als ihre termingerecht geborenen Altersgenossen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Das Risiko von Spätschäden ist umso kleiner, je später ein Kind geboren wurde. Daher arbeiten Kinder- und Jugendärzte und sozialpädiatrische Zentren bei der Betreuung von Frühgeborenen nach deren Entlassung aus der Klinik eng zusammen, um mögliche Entwicklungsverzögerungen frühzeitig zu erkennen und in gezielten Therapien zu behandeln.

Was Eltern tun können:

  • Frühgeborene sollten unbedingt an einem Hörtest teilnehmen. Wenn Hörstörungen früh genug erkannt und behandelt werden, kann man möglichen Problemen in der Entwicklung der Sprache und Sozialkompetenz entgegenwirken.
  • Musiktherapie: Nicht nur Musizieren, auch das Anhören gesundheitlich geeigneter Musik kann eine ausgleichende, heilende Wirkung haben.
  • Eltern sollten sich bei einem Fachdienst der Frühförderung (siehe Wichtige Adressen) in pädagogischen oder psychologischen Fragestellungen der Erziehung und Entwicklung ihres Kindes beraten.
  • Das Robert Koch-Institut empfiehlt, Frühgeborene gegen Pneumokokken und Influenza impfen zu lassen – und zwar unabhängig von ihrem Geburtsgewicht. Darüber hinaus sollten in den Wintermonaten monatliche Passivimpfungen gegen das RS-Virus erfolgen.

 

Autor: äin-red

Dr. Ulrich Fegeler