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Was können Eltern tun, wenn Kinder Alkohol trinken? Kinder- und Jugendärzte geben Eltern Tipps

Der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) des Landesverbandes Nordrhein rät Eltern dazu, klare Grenezn beim Alkohol zu setzen. So sollte unter 16 Jahren kein Alkohol erlaubt sein. Auch wann Heranwachsende nach einer Party nachhause kommen müssen, legen Eltern am besten genau fest - dabei spielt es keine Rolle, was manche anderen Jugendlichen tun dürfen ...

Die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, sinkt. Das „Rauschtrinken“, also der Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit, ist aber weiter verbreitet: 16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen gaben an, dieses „im letzten Monat“ praktiziert zu haben. Das stellt die Bundesregierung in ihrem am Dienstag veröffentlichten Drogen- und Suchtbericht fest.

Die Verantwortung liegt bei den Eltern
Eltern können viel dafür tun, dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst anfangen, Alkohol zu trinken, so H. Josef Kahl, Präventionsbeauftragte im Berufsverband der Kinder und Jugendärzte:

Grenzen setzen
Wagen Sie Kritik und setzen Sie Ihren Kindern Grenzen! Teenager brauchen klare Ansagen. Zum Beispiel: "Um 22 Uhr bist du zu Hause, egal, wie lange deine Freunde wegbleiben dürfen!"

Vorbild sein
Suchtprävention beginnt nicht erst, wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt. Eine gute und frühe Eltern-Kind-Bindung fördert eine stabile emotionale Persönlichkeit. Das sogenannte emotionale Band zwischen Eltern und Kindern wirkt schützend , prägend und steigert die eigene Verantwortung. Wichtig ist auch, dass Sie Ihren Kindern von Anfang an ein gutes Vorbild sind.

Soziale Kontakte fördern
Viele Jugendliche beginnen aus Langeweile und Desorganisation zu trinken. Daher ist es wichtig, Kinder von früh auf in eine Gemeinschaft zu integrieren und zu beschäftigen. Sei es im Sportverein, bei den Pfadfindern oder dass ein Kind ein Instrument lernt... Außerdem sollen Schulkinder nie, auch nachmittags nich, unbeaufsichtigt sein. Ein Fernseher und Internet gehören nicht ins Kinderzimmer.

Kein Stress
Vielen Jugendlichen fehlen Verhaltensmuster, wie sie mit Stress umgehen sollen. Sie sind überfordert mit dem, was sie leisten sollen - aber auch mit dem, was sie entscheiden können beziehungsweise müssen. Auch die Jugendlichen brauchen emotionale Sicherheit und die Eltern sollten bei ihren Kindern die Motivation stärken anstatt sie mit unerfüllbaren Leistungsanforderungen unter Druck zu setzen.

Und dann passiert es doch ...
Bleiben sie ruhig, wenn Ihr Kind angetrunken nach Hause kommt. Machen sie deutlich, dass Sie sich ärgern und dass Sie sich Sorgen machen, kurz und knapp wirkt dabei besser als langes Geschrei.

Schlafen lassen
Lassen Sie Ihr Kind zunächst schlafen. Bleiben Sie bei ihm, wenn Sie den Eindruck haben, es geht ihm schlecht. Sie wissen nie, wie viel und was es getrunken hat. Jugendliche, die sich im Schlaf erbrechen, können am Erbrochenen ersticken. Falls Sie unsicher sind, müssen Sie den Notarzt rufen.

Die Aussprache
Solche Gespräche sind nicht angenehm und erfordern den Mut, sich unbeliebt zu machen. Sie sind aber nötig. Erklären Sie in ruhigen Worten Ihre Haltung, fragen Sie energisch, wie es zum Rausch kam. Verweisen Sie gfls auf das Jugendschutzgesetz. Erklären Sie Ihrem Kind, welche Schäden Alkohol am jugendlichen Körper, besonders im Gehirn anrichtet und reden Sie offen über Gefahren wie Unfälle, aggressives Verhalten und sexuelle Übergriffe.

Wie kann ich außerdem verhindern, dass mein Kind wieder trinkt?
Treffen Sie klare Vereinbarungen: kein Alkohol unter 16! Pflegen Sie den guten Draht zu Ihrem Kind. Als Eltern werden Sie nie alles erfahren. Das gehört zum Ablösungsprozess. Aber in Kontakt bleiben, regelmäßig reden, Empathie zeigen, Verantwortung fordern, Motivation fördern aber auch den Mut zum klaren Ja und zum klaren NEIN zeigen ist wichtig!

Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) Landesverband Nordrhein. Bei Abdruck bitte Hinweis auf www.kinderaerzte-im-netz.de.