USA: Grippeimpfung senkt Infektionszahlen bei 2- bis 5-Jährigen drastisch

Neue Forschungsergebnisse der Harvard Medical School bestätigen, dass Grippeimpfungen die Zahl der Influenza-Fälle bei Kindern erheblich reduzieren. Die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass auf 100 geimpfte Kinder zwischen neun und 14 Grippeerkrankungen weniger entfallen.

© Picture-Factory - Fotolia.com

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„In den USA entspricht dies Hunderttausenden, wenn nicht sogar einer Million Grippefällen, die wir jährlich verhindern können“, sagte Studienleiter Anupam Jena, Inhaber des Joseph P. Newhouse-Lehrstuhls für Gesundheitspolitik am Blavatnik Institute der HMS. „Das ist ein enormer Effekt.“

Die Ergebnisse liefern eine weitere Bestätigung für den Nutzen der Grippeimpfung. In den USA sollten Kinder ab 6 Monaten eine Grippeimpfung erhalten.

Im Januar dieses Jahres strichen die US-Gesundheitsbehörden (CDC) die jährliche Grippeimpfung sowie einige andere Impfstoffe aus ihrem empfohlenen Impfplan für Kinder. Diese Änderung, die von medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens scharf kritisiert wurde, wurde im März von einem US-Bundesgericht gestoppt.

„Die Bundesregierung hatte auf das Fehlen der von ihr geforderten Belege verwiesen – genau diese haben wir nun geliefert“, sagte Christopher Worsham, Assistenzprofessor für Medizin an der HMS (Massachusetts General Hospital) und Erstautor der Studie. „Uns liegen randomisierte Daten vor, die belegen, dass Grippeimpfungen bei diesen kleinen Kindern wirksam sind.“

Vorsorgeuntersuchungen für Impfung genutzt

Amerikanische Kleinkinder haben in der Regel einmal jährlich einen Arzttermin rund um ihren Geburtstag. Für Kinder, die im Herbst geboren sind, bieten diese Termine eine günstige Gelegenheit für die Grippeimpfung. Kinder, die im Sommer geboren wurden, haben ihre Termine hingegen oft schon wahrgenommen, bevor der Grippeimpfstoff verfügbar ist; sie benötigen also einen zusätzlichen Termin für die Impfung.

In früheren Untersuchungen hatten Jena und Worsham festgestellt, dass dieser zusätzliche Aufwand für die Betreuungspersonen zu niedrigeren Grippeimpfquoten bei im Sommer geborenen Kindern führt. Dies schafft ein natürliches Experiment, bei dem die Kinder allein aufgrund ihres Geburtsdatums zufällig Gruppen mit höherer oder niedrigerer Impfquote zugeordnet werden. Die Forschenden verglichen Abrechnungsdaten von Krankenversicherungen für im Sommer und im Herbst geborene Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren über einen Zeitraum von fünf Grippesaisons zwischen 2016 und 2023 hinweg. (Die Saisons 2020/2021 und 2021/2022 wurden aufgrund von Störfaktoren im Zusammenhang mit COVID-19 ausgelassen.)

In jeder Saison war die Wahrscheinlichkeit, geimpft zu werden, bei im Herbst geborenen Kindern höher, während das Risiko, an Grippe zu erkranken, geringer ausfiel.

Die Impfquoten bei Kindern, deren Geburtsdatum im Herbst lag, erreichten zwischen 8,6 und 12,5 Prozentpunkten über denen von Kindern mit Geburtstag im Sommer; die Raten für Grippediagnosen waren hingegen um 1,0 bis 1,4 Prozentpunkte niedriger.

„Betrachtet man diese fünf Saisons, so zeigt sich: Auf hundert Kinder, die aufgrund des Zeitpunkts ihres Geburtstags zufällig geimpft werden, kommen etwa neun bis 14, denen eine Grippeerkrankung erspart bleibt, die sie sich sonst zugezogen hätten“, erklärte Jena, der zudem Professor für Medizin am Mass General ist.

Bei anderen Erkrankungen, für die keine Impfung existiert – etwa bei gewöhnlichen Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten –, zeigten sich keine Unterschiede in den Infektionsraten der beiden Gruppen.

„Letztlich lässt es sich so zusammenfassen: Impfstoffe wirken“, sagte Worsham.

Seltenere Arztbesuche – weniger Impfungen

Mit zunehmendem Alter der Kinder entkoppelt sich der Zusammenhang zwischen Geburtstag und Arztterminen. Die Forschendenstellten fest, dass sich die Raten der Grippediagnosen bei im Herbst und im Sommer geborenen Kindern ab einem Alter von etwa fünf Jahren angleichen.

Wie in Deutschland finden in Amerika die Vorsorgeuntersuchungen (Well Child Care Visits) für kleine Kinder häufiger statt als bei älteren Kindern.

„Die uns vorliegenden randomisierten Daten beschränken sich auf diese sehr jungen Kinder, da deren Arzttermine an den Geburtstag gekoppelt sind“, so Worsham.

Das bedeutet, dass ab einem gewissen Alter der Geburtstag nicht mehr als Indikator dafür geeignet ist, wie wahrscheinlich eine Grippeimpfung erfolgt ist; daher lässt sich die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Gruppen mit diesem Versuchsaufbau nicht erfassen.

Quellen: MedicalXpress, JAMA Pediatrics, AAP, HealthyChildren.org

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 21.09.2026