Hoch-verarbeitete Lebensmittel: 18- bis 21-Jährige essen eher weiter – selbst ohne Hunger

Eine amerikanische Studie legt nahe, dass das Jugendalter und junge Erwachsenenalter eine besonders sensible Phase sein könnte, in der der häufige Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln langfristige Essgewohnheiten prägen können. Denn nach nur zwei Wochen mit einer überwiegend aus stark verarbeiten Lebensmitteln bestehenden Ernährung neigen der Unersuchung zufolge junge Menschen dazu, sich zu „überessen“.

© lovelyday - stock.adobe.com

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Nach nur zwei Wochen mit einer Ernährung, die überwiegend aus stark ultra-verarbeitete Lebensmitteln besteht, greifen junge Menschen im Alter von 18 bis 21 Jahren bei einem Frühstücksbuffet eher zu und snacken anschließend häufiger weiter, obwohl sie keinen Hunger mehr haben. Das zeigt eine kontrollierte Studie von Forschenden der Virginia Tech (Blacksburg, Virginia, USA). Bei etwas älteren Teilnehmenden (22 bis 25 Jahre) trat dieser Effekt nicht in gleicher Weise auf. 
Die Ergebnisse sind deshalb bemerkenswert, weil „Essen ohne Hunger“ als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für spätere Gewichtszunahme gilt. Die Forschenden sprechen von einer möglichen „sensiblen Phase“ in der späten Adoleszenz bzw. im frühen Erwachsenenalter, in der Ernährungsgewohnheiten besonders leicht geprägt werden könnten.

Was genau wurde untersucht?

Für die Studie nahmen 27 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren teil. In einem randomisierten Crossover-Design durchlief jede Person zwei jeweils zweiwöchige Ernährungsphasen: einmal eine Kost mit hohem Anteil ultra-verarbeiteter Lebensmittel und einmal eine Ernährung hochverarbeitete Lebensmittel. Anschließend wurde in einer standardisierten Testsituation erfasst, wie viel die Teilnehmenden an einem Buffet aßen und ob sie nach dem Essen weiter snackten.

In der Gesamtgruppe zeigte sich zunächst kein klarer Unterschied. Erst als die Forschenden nach Alter auswerteten, trat ein Muster hervor: Die 18- bis 21-Jährigen nahmen nach der Phase  mit stark verarbeiteten Nahrungsmitteln mehr Energie auf und aßen häufiger weiter, obwohl sie bereits satt waren – die 22- bis 25-Jährigen nicht.

Warum das wichtig sein könnte – und was offen bleibt

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass es sich um eine Kurzzeitstudie mit kleiner Stichprobe handelt. Ob sich die beobachtete Mehrzufuhr im Alltag und über längere Zeiträume fortsetzt, muss weitere Forschung klären. Trotzdem liefert die Studie einen Hinweis, dass ultra-verarbeitete Lebensmittel das Essverhalten bei sehr jungen Erwachsenen besonders beeinflussen könnten – gerade in einer Lebensphase, in der sich Routinen verfestigen.

Quellen: ScienceDaily, Virginia Tech, Obesity



 

 

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 28.01.2026