Die italienischen Wissenschaftler*innen erforschten u.a., ob Rezepte für Schulmahlzeiten, die auf drei zentralen Nachhaltigkeits- und Ernährungsprinzipien basieren (vegetarische Zusammensetzung, Verwendung unverarbeiteter Zutaten und reduzierter Salzgehalt), bei Kindern Zustimmung finden. Zudem beobachteten die Forschenden die Essgewohnheiten, die Neophobie gegenüber Lebensmitteln (Angst vor neuen Speisen) und das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung.
Sie wollten sehen, wie der Akzeptanz der Rezepte bzw. der Mahlzeiten bei Kindern die Verschwendung von Lebensmitteln beeinflussen. Es nahmen Kinder (n = 2324, 54% Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren) aus 16 Regionen in 12 europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn) nahmen an einem speziellen Sensoriktest (Beurteilung des Essens mit menschlichen Sinnen wie Schmecken, Riechen, Sehen) sowie einer Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede in der Rezeptakzeptanz zwischen den verschiedenen Regionen; dabei schnitten Nudelgerichte und Burger auf Hülsenfruchtbasis hinsichtlich der Beliebtheit besser ab und führten zu weniger Abfall als Suppen. Des Weiteren zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen „sensorischer Beliebtheit“, positiven emotionalen Reaktionen und einer Verringerung der Lebensmittelverschwendung. Auch Lebensmittelneophobie wirkte sich negativ auf die Akzeptanz der Rezepte aus und korrelierte positiv mit dem Verhalten hinsichtlich der Lebensmittelverschwendung.
Unter den Rezepten waren Gemüsecouscous mit Räuchertofu, Burger mit Krautsalat und Kartoffeln, Linsenlasagne, Tomaten-Linsen-Suppe sowie Ragout mit Reis und Gemüse am wenigsten beliebt. Im Gegensatz dazu erzielten Karotten-Burger, Fladenbrot mit Shiitake-Pilzen, Erbsen und Sprossen, Reis mit Gemüse und Romesco-Soße, Kartoffeln mit Quark und Leinöl, Bohnen-Burger sowie Pasta mit Linsen, Pilzen und Curry die höchsten Bewertungen.
Trotz der beobachteten regionalen Unterschiede gab es bei der Lebensmittelneophobie relativ geringe Abweichungen, was darauf hindeutet, dass diese Eigenschaft bei Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren in Europa ähnlich ausgeprägt ist. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie, dass kulturelle und geschmackliche Vorlieben bei Kindern für Schulmahlzeiten berücksichtigt werden sollten, um d gesündere Ernährungsgewohnheiten zu fördern und gleichzeitig die Menge von Lebensmittelabfällen zu verringern.
Quelle: Food Quality and Preference