Salzhaltiges Nasenspray kann nächtliche Atemstörung lindern

Forscher*innen des Monash Children's Hospital und des Royal Children's Hospital Melbourne (Australien) berichten, dass ein einmal täglich angewendetes Nasenspray mit Kochsalzlösung die Symptome schlafbezogener Atmungsstörungen bei fast einem Drittel der Kinder innerhalb von sechs Wochen linderte. Die zusätzliche Gabe eines Kortikosteroids brachte bei Kindern, deren Symptome weiterhin bestanden, keinen weiteren Nutzen.

© sil007 - Fotolia.com

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Nächtliche Atemstörungen bzw. das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist im Kindesalter häufig und mit erheblichen Begleiterkrankungen verbunden. OSAS ist eine Erkrankung, bei der die oberen Atemwege während des Schlafs teilweise oder vollständig blockiert werden, was zu Atemaussetzern führt. Sie ist eine häufige Ursache für Schlafstörungen, Schnarchen, Verhaltensauffälligkeiten und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Kindern. Bis zu 12% der Kinder sind davon betroffen.

Die Adenotonsillektomie (Entfernung der Rachen- und Gaumenmandeln) verbessert i.d.R. die Beschwerden und in der Folge die Lebensqualität. Da die Operation mit Kosten und auch mit Risiken verbunden ist, sind nicht-operativen Behandlungsmethoden zur Linderung der Symptome von Interesse.

In der in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie „Intranasale Behandlungen bei Kindern mit schlafbezogenen Atmungsstörungen“ ("Intranasal Treatments for Children With Sleep-Disordered Breathing“) führten Forscher*innen überprüften die Wissenschaftler*innen die Wirksamkeit von intranasalen Kortikostteroiden im Vergleich zu Kochsalzlösung bei Kindern mit obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörungen.

An der Studie nahmen 139 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren teil, die sechs Wochen lang mit Kochsalzlösung behandelt wurden. Bei 41 dieser 139 Kinder (29,5%) verschwanden die Symptome. Dreiundneunzig Kinder, bei denen die Beschwerden weiter bestanden, wurden zufällig in zwei Untergruppen aufgeteilt: 47 Kinder erhielten intranasales Mometasonfuroat (entzündungshemmendes Medikament aus der Gruppe der Kortikosteroide), 46 Kinder setzten die Kochsalzlösungstherapie fort.

Kochsalzlösung vs. Steroide in den Gruppen mit anhaltenden Symptomen

Die Ergebnisse zeigten eine vergleichbare Symptomlinderung nach den folgenden sechs Wochen intranasaler Behandlung. Bei 16 von 45 Kindern (35,6 %) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 16 von 44 Kindern (36,4 %) in der Gruppe mit fortgesetzter Kochsalzlösungstherapie klangen die Symptome ab.

Zwölf Wochen nach Beginn der Behandlungsphase wurde eine anhaltende Symptomremission bei neun von 45 Patienten (20,0%) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 15 von 42 Patienten (35,7%) in der Kochsalzlösungsgruppe berichtet. Dieser Trend sprach zwar für die Kochsalzlösung, war aber aufgrund der geringen Stichprobengröße statistisch nicht signifikant.

Die Hauptautorin der Studie und Kinderpneumologin und Schlafmedizinerin am Monash Children’s Hospital und der Kinderklinik der Monash University, außerordentliche klinische Professorin Gillian Nixon, erklärte, die Ergebnisse würden Ärzt*innen helfen, die große Anzahl von Kindern mit schlafbezogenen Atemproblemen besser zu behandeln und möglicherweise die langen Wartelisten für spezialisierte Therapien zu verkürzen.

„Wir wissen, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern ist, und wir wissen jetzt, dass ein einfaches Nasenspray mit Kochsalzlösung der Schlüssel zu einem besseren Schlaf sein könnte“, so Professorin Nixon.
„Kochsalzlösung-Nasensprays sind in der Apotheke erhältlich und können für viele Kinder einen echten Unterschied machen, sodass sie besser schlafen können – ganz ohne Kortisonsprays oder Operationen, die mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen, höheren Kosten und längeren Genesungszeiten verbunden sind.“

„Das sind großartige Neuigkeiten für Eltern und Familien. In Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt können Familien evtl. eine 12-wöchige Kochsalzlösungstherapie in Betracht ziehen, um häufige Symptome der obstruktiven Schlafapnoe zu lindern, bevor sie sich an einen Spezialisten wenden und eine Operation in Erwägung ziehen.“

Quellen: medicalXpress, Monash University, JAMA Pediatrics

 

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 23.02.2026