Ozonbelastung mindert positive Wirkung von Sport auf Kinderlungen

Intensive körperliche Aktivität fördert das Lungenwachstum bei Kindern; diese positiven Effekte werden jedoch durch Ozonbelastung gemindert. Dies geht aus neuen Forschungsergebnissen hervor, die auf der internationalen Konferenz der ATS (American Thoracic Society) vorgestellt wurden.

Die auf der ATS präsentierten Ergebnisse legen nahe, dass die gesundheitlichen Vorteile von Sport durch ungünstige Umweltbedingungen gemindert werden können.
Die vorliegende Studie gehört zu den ersten Untersuchungen, die analysieren, wie das Zusammenspiel von intensiver körperlicher Aktivität und langfristiger Ozonexposition die Lungenentwicklung bei Kindern beeinflusst. Den Studienautoren zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Kinder in stärker belasteten Gebieten – sofern keine Maßnahmen gegen diese Umweltfaktoren ergriffen werden – möglicherweise nicht in gleichem Maße von den entwicklungsfördernden gesundheitlichen Vorteilen körperlicher Aktivität profitieren können wie ihre Altersgenossen in saubereren Umgebungen.

„Die zentrale Botschaft lautet: Körperliche Aktivität und Umweltgesundheit sind eng miteinander verknüpft“, erklärte der Erstautor Dr. James Scales, Senior Research Fellow an der Queen Mary University of London. „Kinder zu körperlicher Aktivität zu ermutigen, ist unerlässlich; ebenso wichtig ist es jedoch sicherzustellen, dass sie in einer sauberen und gesunden Umwelt aufwachsen.“
Die Förderung der Lungenentwicklung bei Kindern ist von großer Bedeutung, da die Lungenfunktion im Kindesalter die Atemwegsgesundheit im späteren Leben beeinflusst.
Für die Studie analysierten die Forschenden Daten von mehr als 3.400 Kindern im Alter zwischen 6 und 9 Jahren, die über einen Zeitraum von vier Jahren im Rahmen der „Children’s Health in London and Luton“ (CHILL)-Studie erhoben worden waren. Sie setzten die Daten zum Aktivitätsniveau und zum Lungenwachstum der Kinder in Beziehung zur Luftschadstoffbelastung an deren Wohnorten – differenziert nach verschiedenen Arten von Luftverschmutzung.

Einschränkung der positiven Trainingseffekte sogar stärker als durch Feinstaubbelastung

Ein zentrales Ergebnis war: Während sich bei intensiver körperlicher Aktivität ein eindeutiger Zusammenhang mit der Lungenfunktion zeigte, war dies bei moderater Aktivität nicht der Fall. Dies legt nahe, dass die Intensität der körperlichen Betätigung für die Atemwegsgesundheit von Kindern eine entscheidende Rolle spielt. Zudem stellten die Forscher fest, dass Ozon – ein reaktives Gas, das die Atemwege reizen kann – eine größere Bedeutung für die Einschränkung der positiven Trainingseffekte hatte als die Belastung durch Feinstaubpartikel.

„Dies deckt sich mit unserem bisherigen Wissensstand über die biologischen Wirkungen von Ozon während körperlicher Belastung: Wenn die Atemfrequenz steigt, gelangt vermehrt Ozon in die Lunge, wo es eine reizende Wirkung auf die Atemwege entfaltet“, erläuterte Dr. Scales.

Umweltbedingungen bei der Erstellung von Leitlinien für körperliche Aktivität künftig stärker berücksichtigt werden sollten, so die Hoffnung der Wissenschaftler*innen. Als nächsten Schritt planen sie weiterführende Studien, um zu untersuchen, ob es spezifische Schwellenwerte für die Ozonexposition gibt, ab denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko ausgelöst wird. Sie hoffen zudem, die kurzfristigen Auswirkungen der Ozonbelastung auf die Atemwegsgesundheit von Kindern zu untersuchen.

Quellen: newswise.com, American Thoracic S0ociety (ATS), American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 15.06.2026