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Kinder mit ADHS entwickeln anlagebedingt häufig geringere Körpergröße als Altersgenossen

Eine der größten Studie zum Thema „Körpergröße und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder mit ADHS durchschnittlich nicht ganz so groß werden wie ihre Altersgenossen. Dies ist jedoch anscheinend familiär bedingt und hängt nicht mit der Einnahme von Medikamenten zur Behandlung von ADHS zusammen.

© Picture-Factory - Fotolia.com

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Die Forscher*innen aus Schweden, Großbritannien und der USA verglichen die Daten von 14.268 Personen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und 71.339 Kontrollpersonen (alle Probanden waren Männer aus dem schwedischen Wehrpflichtregister), aufgeteilt in zwei Gruppen: Eine Gruppe von Männern, deren Daten vor Einführung der Stimulanzienbehandlung in Schweden erhoben wurden, und eine Gruppe von Männern mit Daten aus der Zeit nach der Einführung von ADHS-Medikamenten. Um die Rolle familiärer Faktoren zu beurteilen, analysierten die Forscher*innen Daten für eine familienbasierte Gruppe, die aus einem anderen schwedischen nationalen Register erstellt wurde und 833.172 Personen umfasste. Einmal betrachteten die Forscher*innen Personen mit ADHS und deren Familienangehörige mit unterschiedlichem Verwandtschaftsgrad, die kein ADHS entwickelt hatten. Diese Gruppe stellte sie Menschen ohne ADHS und ihren Verwandten gegenüber.

Neben familiären Faktoren haben auch Bedingungen vor der Geburt Einfluss

Die Analysen zeigten, dass der Zusammenhang zwischen geringer Körpergröße und ADHS auf familiären Faktoren beruhte, wobei Verwandte von Personen mit ADHS mit größerer Wahrscheinlichkeit eine geringere Körpergröße aufwiesen als Verwandte von Personen ohne diese Erkrankung. Die Studie ergab, dass der Zusammenhang zwischen geringerer Körpergröße und ADHS teilweise auch durch pränatale Faktoren, psychiatrische Störungen, einen niedrigen sozioökonomischen Status erklärt werden konnte. Die Einnahme von ADHS-Medikamenten hatte demnach keinen Einfluss darauf.

Quellen: Contemporary Pediatrics, J Am Acad Child Adolesc Psychiatry