Früher Einstieg in Social Media wirkt sich möglicherweise langfristig schlecht auf Schulleistung aus

In einer in der Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“ veröffentlichten Studie untersuchten italienische Forschende, wie sich ein früher Einstieg in soziale Medien auf die schulischen Leistungen auswirkt

© ra2 studio - Fotolia.com

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Die Studie verknüpfte administrative Längsschnittdaten zu den Schulleistungen mit retrospektiven Angaben der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Anschaffung digitaler Geräte, der Anmeldung bei sozialen Medien, zur elterlichen Kontrolle sowie zu ihrem Wohlbefinden und ihrer Lebenszufriedenheit.

Die meisten Jugendlichen erstellen ihre ersten Social-Media-Konten in einem Alter, das oft unter den von den Plattformen oder Ländern festgelegten Mindestaltergrenzen liegt. Zahlreiche Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und negativen Auswirkungen auf das Wohlbefinden hin, etwa verminderter Konzentrationsfähigkeit, schlechterer Schlafqualität und selteneren persönlichen Interaktionen.

Negative Auswirkungen auf Mathematik und Italienisch

Die Studie umfasste 5.227 Schüler der 10. und 11. Klasse, deren verknüpfte Leistungsdaten die Jahrgangsstufen 2 bis 10 (im Alter von etwa 7 bis 16 Jahren) abdeckten. Der Median für den Zeitpunkt der ersten Nutzung von Videospielkonsolen lag bei der 4. Klasse. Etwa 47% der Schüler*innen erhielten in der 6. Klasse ein Smartphone, und bis zum Ende der 8. Klasse besaßen 98% ein solches Gerät.

Des Weiteren meldeten sich 11,2% der Schüler bereits in der Grundschule bei sozialen Medien an, 29% in der 6. Klasse, 25% in der 7. Klasse und 18% in der 8. Klasse. Bemerkenswert ist, dass sich nur 16,3% erst in der 9. Klasse oder später anmeldeten (was im Allgemeinen dem in Italien gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter von 14 Jahren für den eigenständigen Zugang entspricht).

Ein früheres Alter bei der Anmeldung zu sozialen Medien – und damit eine längere Nutzungsdauer bis zum Testzeitpunkt – war mit geringeren Leistungen in Mathematik und Italienisch verbunden. Es zeigte sich, dass Schüler*innen mit früherer Social-Media-Nutzung aus Familien mit niedrigerem Bildungsniveau stammten. Zudem erzielten diese Schüler schlechtere Ergebnisse bei den Kompetenztests.

Schulfach Englisch nicht betroffen

Die negativen Zusammenhänge zeigten sich für Mathematik und Italienisch, nicht jedoch für Englisch. Die Wissenschafler*innen vermuten, dass englischsprachige Inhalte in sozialen Medien hier einen ausgleichenden Effekt haben könnten. 

Weitere Forschungsarbeit erforderlich

Die Autor*innen weisen darauf hin, dass die Ergebnisse zwar für einen Zusammenhang zwischen einem frühen Einstieg in soziale Medien und geringeren Schulleistungen sprechen, ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang jedoch nicht bewiesen werden kann. Zudem beruhen Angaben zum Zeitpunkt der Social-Media-Nutzung auf Selbstauskünften, die Erinnerungsfehler enthalten können. Schließlich bleibt offen, ob sich die Ergebnisse aus Italien ohne Weiteres auf andere Länder übertragen lassen.

Quellen: News Medical Net, Nature Human Behavior

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 17.08.2026